Was kommt an, was kommt nicht an, und was macht Sinn – das hat sich der Gemeinderat Zuzgen gefragt, als er sich über die Umsetzungsinitiative der Repla «sauberes Fricktal» Gedanken machte. Der Monat Mai wurde von der Repla zum Aktionsmonat erklärt und unter dieses Motto gestellt.

Fritz Beckert, im Gemeinderat auch für Umwelt und Abfallbewirtschaftung zuständig, meinte, dass Zuzgen keine wirklich grossen Probleme mit der Sauberkeit habe. Dies hat den Gemeinderat in Zusammenarbeit mit Helene Bigler Brogli – sie betreibt in Zuzgen ein eigenes U-Büro – auf die Idee gebracht, erstmals einen Bring-und-Hol-Tag zu organisieren.

Die Idee hinter dem Projekt war, Gegenstände des Alltags gratis weiterzugeben, also so etwas wie eine Tauschbörse durchzuführen. Die Absicht dahinter war, dass noch brauchbare Alltagsgegenstände nicht in den Abfall wanderten, sondern dass sie viel mehr «ein verlängertes Leben» erhalten sollten.

Keine Elektronik, keine Händler

Zugelassen waren etwa Spielsachen aller Art, Bücher, Kleider, aber auch kleine Haushaltsgeräte sowie Werkzeuge, Gartengeräte und Kleinmöbel. Nicht willkommen und bei der Eingangskontrolle zurückgewiesen wurden dagegen übergrosse Gegenstände, Kühlgeräte und andere nicht funktionstüchtige Gegenstände oder auch Elektronikgeräte. Bring- und holberechtigt war einzig die Bevölkerung von Zuzgen. Händler waren unerwünscht. Verantwortlich zeichnete der Gemeinderat.

Die Bevölkerung von Zuzgen beteiligte sich hervorragend an diesem Anlass. Viele herbeigebrachte Gegenstände brachten nicht nur Kinderaugen zum Leuchten, sondern wurden auch für Erwachsene zu einem Schnäppchen. Erstaunlich, was da alles zusammen kam und den Besitzer wechselte. Neben Kinderspielsachen wie Plüschtiere, Gesellschaftsspiele und anderem konnten auch Bücher, Garderoben, Schuhe und – gar nicht der sommerlichen Tagestemperatur angepasst – Schlitten mit nach Hause genommen werden. Was den Weg zu einem neuen Besitzer nicht fand, wird in die Brockenstube gebracht.

Littering-Spiel und Bastelecke

Neben der Tauschbörse wurde auch eine Spiel- und Bastelecke eingerichtet. Diese wurde rege besucht. Unglaublich, was sich so aus alten Kalendern alles machen lässt – ganz nach dem Motto: Aus Altem mach Neues. Gut kam auch der «Litteringlauf» an. Hier galt es, in möglichst kurzer Zeit mit einer Sammelzange ausgelegte Gegenstände einzusammeln und fachgerecht im bereit stehenden Kübel zu entsorgen. Ganz flink in dieser Disziplin gaben sich die Kinder.

Fritz Beckert und Helene Bigler zeigten sich sehr zufrieden. Für die beiden hat sich dieser Einsatz mehr als gelohnt. Ein begeistertes Helferteam wirkte mit, die Samariter sorgten für Speis und Trank und boten Gelegenheit, die gesellschaftliche Komponente zu pflegen. Gemeindeammann Heinz Kim will wie Beckert Kontinuität in diesen Event bringen. Für ihn ist eine Fortsetzung klar. Das Ziel, «es soll ein stimmungsvoller und geselliger Anlass werden», wurde sicherlich erreicht.