Kaisten
Nicht ganz unumstritten: Nein zur Einbürgerung, Ja zur Sanierung des Gemeindehauses

Die Gemeindeversammlung Kaisten lehnte das Einbürgerungsgesuch einer Mutter und deren Kinder ab. Nicht ganz unumstritten war der Kreditantrag für die Sanierung und Erweiterung des Gemeindehauses.

Horatio Gollin
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Das Gemeindehaus Kaisten kann saniert und ausgebaut werden. Bild:Visualisierung/zvg

Das Gemeindehaus Kaisten kann saniert und ausgebaut werden. Bild:Visualisierung/zvg

Aargauer Zeitung

Die besondere Situation erforderte es, dass die Gemeindeversammlung in die Sporthalle verlegt wurde. Unüblich war auch, dass die Ortsbürgergemeindeversammlung im Anschluss an die Einwohnergemeindeversammlung stattfand. Dies, weil dadurch weniger Publikumsverkehr und Wartezeiten entstehen würden, so Gemeindeammann Arpad Major. 108 von 1848 Stimmberechtigten nahmen an der Versammlung teil.

Sie genehmigten sowohl den Rechenschaftsbericht als auch die Jahresrechnung. Diese hatte mit einem Plus von 1,5 Mio. Franken anstelle der budgetierten 248 000 Franken abgeschlossen. Major erklärte, dass das gute Ergebnis zur Hälfte auf eine ausserordentliche Entnahme aus der Aufwertungsreserve und zur anderen Hälfte auf Einsparungen in allen Abteilungen zurück zu führen ist.

Ja zur Übernahme der Tagesstrukturen

Die Stimmbürger genehmigten die Kreditabrechnungen für den Geräteschopf beim Mehrzweckgebäude Wuermatt, für das Entwässerungskonzept Oberkaisten, für den Hochwasserschutz Chropfmattbächli und für die Umlegung des Wasenhaldenbächlis im Bereich der Grundwasserschutzzone Egler. Alle Kredite wurden unterschritten. Der Zusicherung des Bürgerrechts an Familie La Barbera, an Afrim Kolgeci, an Agron Kolgeci sowie an Katarina Kouzoumis wurde zugestimmt. Die Stimmbürger folgten dem Antrag auf Ablehnung des Einbürgerungsgesuchs von Ganimete Qarri und ihren Kindern.

Die Versammlung genehmigte Kredite für die Erweiterung der Elektroversorgung in der Kaistenbergstrasse, für den Strassenbau in der Herrengasse und im Hofacher sowie für den Neubau des Wasserreservoirs Äsple. Ebenfalls angenommen wurde der Antrag auf Beitritt der Elektra Kaisten zur e-sy AG. Die Stimmbürger gaben zur Übernahme der schulergänzenden Tagesstrukturen in den Gemeindebetrieb und den Änderung des Rahmenvertrags mit der Musikschule Region Laufenburg grünes Licht.

Diskussionen gab es für den Kreditantrag über 3,2 Mio. Franken für die Sanierung und Erweiterung des Gemeindehauses in Kaisten. Während Vertreter der Kirchengemeinde und Finanzkommission sich für das Projekt aussprachen, hatten mehrere Einwohner Bedenken bezüglich der Kosten und des Erscheinungsbildes. Ein Einwohner kritisierte das Vorhaben gar als einen Neubau, der über den im November 2018 genehmigten Projektierungskredit hinausgehe. Er stellte einen Rückweisungsantrag mit den Auflagen ein Renovationsprojekt zu planen und einen Nachweis für den Erweiterungsbedarf zu führen. Sein Antrag wurde mit 78 Stimmen abgelehnt und der Kreditantrag des Gemeinderats mit 81 Stimmen angenommen.

Schulden nehmen zu, sind aber noch tragbar

Das Budget 2021 ist mit Aufwendungen in Höhe von 9,42 Mio. Franken geplant, denen Erträge von 9,48 Mio. Franken gegenüber stehen. Major erklärte, dass der Gemeinderat mit gleichbleibenden Steuereinnahmen rechnet. Ohne Entnahme aus der Aufwertungsreserve würde die Rechnung ein negatives Ergebnis aufweisen.

Das operative Ergebnis beläuft sich auf einen Aufwandüberschuss von 611 400 Franken. Aus der Aufwertungsreserve ist eine Entnahme von 677 000 Franken geplant. Der Ertragsüberschuss wird voraussichtlich 65 600 Franken betragen. Die Schulden würden zwar zunehmen, blieben aber noch tragbar, meinte Major. Die Stimmbürger genehmigten das Budget 2021 mit dem unveränderten Steuerfuss von 105 Prozent.

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