Wittnau

Nicht bewilligungsfähig: Grüngut-Deponie muss per 1. Januar dichtmachen

Die Grüngut-Deponie Rotel in Wittnau ist nicht bewilligungsfähig und wird per 1.Januar geschlossen.

Die Grüngut-Deponie Rotel in Wittnau ist nicht bewilligungsfähig und wird per 1.Januar geschlossen.

Wohin nur mit dem Rasenschnitt, den Speiseresten und dem Kleintiermist? – über diese Frage dürfte sich manch ein Wittnauer 2019 den Kopf zerbrechen. Eine Grüngut-Abholung ab Liegenschaft hat der Souverän abgelehnt – nun wird das Referendum ergriffen.

Per 1. Januar wird die Deponie Rotel, auf der die Dorfbewohner kostenlos ihr Grüngut entsorgen, dichtgemacht. Der Grund: Laut der Abteilung für Umwelt ist die Deponie in seinem derzeitigen Zustand nicht bewilligungsfähig.

«Für eine Bewilligung hätten wir den Platz befestigen und entwässern müssen», sagt Gemeinderätin Gertrud Häseli. Die Kostenschätzung hierfür habe sich auf rund 400 000 Franken belaufen. «Bei einer Abgabe auf der Deponie wäre damit die Grüngut-Gebühr für den Verursacher um ein Vielfaches höher ausgefallen, wie dies bei einer Abholung durch die Gemeinde ab Liegenschaft der Fall wäre», sagt sie. Weil auch kein alternativer Standort für eine Deponie gefunden werden konnte – mehrere Anfragen bei Landwirten verliefen erfolglos – beschloss denn auch der Gemeinderat, eben eine solche Abholung des Grünguts ab Liegenschaft für 29 Rappen pro Kilogramm zu traktandieren.

Doch der Gemeinderat staunte nicht schlecht, als der Souverän die Anpassung des Abfallreglements an der letzten Gemeindeversammlung abschmetterte. «Das habe ich nicht verstanden. Das Grüngut kann sich ja schliesslich nicht in Luft auflösen», sagt Häseli. Sehr wohl hat sie jedoch eine einleuchtende Erklärung für das Abstimmungsergebnis parat: «Etwa die Hälfte der Stimmberechtigten waren Mitglieder der turnenden Vereine. Sie sagten an diesem Abend zu vielem Nein, weil sie den Neubau einer Turnhalle ins Budget bringen wollen.» Einen entsprechender Auftrag – die Aufstellung einer Finanzierung für den Neubau einer Turnhalle auf einer Kostenbasis von vier Millionen Franken – haben die Stimmberechtigten dem Gemeinderat denn auch erteilt.

An der Gemeindeversammlung und auch im Nachgang – zuletzt gestern in den Nachrichten – habe der Gemeinderat darauf hingewiesen, dass das Wegwerfen des Grünguts in freier Natur verboten ist. «Wer erwischt wird, wird aufgrund der Verunreinigung des öffentlichen Grundes mit 100 Franken gebüsst. Zudem muss er für die Beseitigung aufkommen», sagt Häseli, die nicht verhehlt, dass der Gemeinderat auch aus strategischen Gründen kommuniziert, dass ab 1. Januar die Einwohnerschaft sich in Sachen Grüngut-Entsorgung selbst organisieren muss. So geht Häseli davon aus, dass am 10. Februar an der Urne nochmals über die Einführung der Grüngutabfuhr abgestimmt wird. «Im Dorf werden für das Referendum bereits Stimmen gesammelt», weiss sie.

Für Häseli ist klar, dass die Einführung einer Grüngutabfuhr die beste und auch einzige Alternative ist. Ansonsten müssten die Einwohner mit ihrem Grüngut nach Frick fahren. «Dort zahlt man nicht weniger. Im Gegenteil – man muss noch die Kosten für die Fahrt mit einberechnen», sagt sie.

Falls das Referendum zustande kommt – hierzu braucht es 90 Unterschriften – und angenommen wird, erfolgt die Abholung des Grüngutes im Zwei-Wochen-Turnus. Falls nicht, «werden wir die Grüngutabfuhr im nächsten Jahr erneut traktandieren», so Häseli.

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