Frick
New Yorkerin im Fricktal auf den Spuren von Nobelpreisträger Theiler

Die New Yorkerin Elizabeth Theiler Martin besucht Lebensstationen ihres Grossvaters. Der Fricktaler war ein weltweit bekannter Bakteriologe.

Susanne Hörth
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Elizabeth Theiler Martin vor der Gedenktafel ihres Grossvaters Sir Arnold Theiler im Fricker Oberstufenschulhaus. Die Tafel wurde 1997 vom südafrikanischen Direktor des Veterinärinstitutes Onderstepoort (Südafrika), Dr. D. W. Verwoerd, der Gemeinde Frick überbracht. sh Elizabeth Theiler Martin vor der Gedenktafel ihres Grossvaters. sh

Elizabeth Theiler Martin vor der Gedenktafel ihres Grossvaters Sir Arnold Theiler im Fricker Oberstufenschulhaus. Die Tafel wurde 1997 vom südafrikanischen Direktor des Veterinärinstitutes Onderstepoort (Südafrika), Dr. D. W. Verwoerd, der Gemeinde Frick überbracht. sh Elizabeth Theiler Martin vor der Gedenktafel ihres Grossvaters. sh

Des Schnees wegen hätte Elizabeth Teiler Martin nicht in die Schweiz kommen müssen. Schnee, sagt die zierliche 71-Jährige am Dienstagmorgen in Frick und lacht, habe es zurzeit auch an ihrem Wohnort New York zur Genüge. Während ihres einwöchigen Aufenthalts in der Schweiz begibt sich Theiler Martin gemeinsam mit ihren Schweizer Verwandten auf die Suche nach Spuren von gleich mehreren Theiler-Männern.

Franz Theiler, Rektor in Frick

Ihre Wurzeln hat die Familie Theiler in der Entlebucher Gemeinde Hasle. Hier ist 1832 der Urgrossvater von Elizabeth, Franz Theiler, zur Welt gekommen. 1866 verlegt dieser seinen Wohnsitz in den Aargau, tritt in Kaiserstuhl die Stelle als Lehrer und Rektor der Bezirksschule an. Kurz darauf wird er an die neu gegründete Bezirksschule in Frick gewählt. Theiler ist bis zu seinem Tod 1901 an der Fricker Bez als Rektor und Lehrer der naturwissenschaftlichen Fächer tätig. Die Wissenschaft liegt auch dem 1867 geborenen Sohn Arnold im Blut. Nach dessen Bezirksschulzeit in Frick, der Kanti in Aarau, folgt ein Studium der Veterinärmedizin in Bern und Zürich. 1891 verlässt Arnold Theiler Frick in Richtung Johannesburg.

Nach einem schwierigen Start entwickelt sich der Mann mit den Fricker Wurzeln im Laufe der Zeit zu einem angesehenen Bakteriologen. Eine erste weltweite Anerkennung erhält er mit der Entwicklung eines Impfstoffes gegen die Rinderpest. 1914 erhebt der englische König Arnold Theiler in den Adelsstand: Sir Arnold Theiler wird von sieben Universitäten die Ehrendoktorwürde verliehen.

Nobelpreisträger Max Theiler

Das vierte Kind von Arnold Theiler ist Max. Er studiert Humanmedizin in Kapstadt und London und wird bereits als 23-Jähriger Mitglied der Königlichen chirurgischen Gesellschaft. Als Bakteriologe befasst er sich hauptsächlich mit der Bekämpfung des Gelbfiebers, entwickelt einen Impfstoff gegen die tödliche Tropenkrankheit. 1951 wird er für seine medizinische Forschungsarbeit mit dem Nobelpreis ausgezeichnet.

Die Gemeinde Hasle verlieh Max Theiler 1952 das Ehrenbürgerrecht. Drei Jahre später fand ihm zu Ehren ein Empfang in der luzernischen Gemeinde statt. Bei dieser Feier war auch die 16-jährige Tochter Elizabeth dabei. In den seither vergangenen 55 Jahren hat Elizabeth Theiler Martin die Schweiz nicht mehr besucht. Umso mehr geniesst die ausgebildete Balletttänzerin, heutige Landschaftsarchitektin, es nun, mit ihren in der Schweiz lebenden Verwandten auf den Spuren von Urgrossvater und Grossvater zu wandeln. Dazu gehört natürlich auch ein Besuch im Oberstufenzentrum in Frick. Auch das Kornhaus, Standort der ersten Fricker Bez, wird besichtigt.