Rheinfelden
Neujahrsblätter: Vom geschichtsträchtigen Kurpark bis zur Hefefabrik

Die Neujahrsblätter beschreiben regelmässig Stadtgeschichte, dienen dank qualifizierter Autoren als Quellenangabe, zeichnen sich aber auch durch kulturhistorisch Aktuelles aus.

Peter Rombach
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Die Neujahrsblattkommission präsentiert im Schützenkeller die Ausgabe 2014 des beliebten Nachschlagewerks, das jetzt im 70. Jahrgang erscheint.

Die Neujahrsblattkommission präsentiert im Schützenkeller die Ausgabe 2014 des beliebten Nachschlagewerks, das jetzt im 70. Jahrgang erscheint.

Die Vernissage der 70. Ausgabe des beliebten Nachschlagewerks war Mittwochabend im Schützenkeller. Die Präsidentin der Neujahrsblatt-Kommission, Ute W. Gottschall, war sich an der Präsentation mit Verleger Walter Herzog einig, dass «wichtige Sachen vertieft und festgehalten werden», um Rheinfelder Geschichte «zwischen Königen, Kurpark und Bauernaufstand» sowie aktuelle Ereignisse wie Stadtparksanierung zu beleuchten und zu analysieren.

Allein das Vorwort von Hans-Beat Pflüger, ein Nachkomme der ehemaligen Hotelierfamilie vom Hotel des Salines, skizziert sehr impressionistisch Kindheitserinnerungen an den einst privaten Kurpark und findet Lob: «Ich freue mich, dass die Stadt Rheinfelden die Gelegenheit genutzt hat zum Erwerb und Ausbau dieser Anlage und der ganzen Bevölkerung diesen Raum heute zur Verfügung stellt.»

Grosse Themenvielfalt

Auch die Neujahrsblätter 2014 zeichnen sich wieder durch Themenvielfalt aus. Catherine Berger und Oliver Tschudin beschäftigen sich mit der Entwicklung des Stadtparks. Dem «Fricktaler Fluorkrieg», als vor allem Bauern, Förster und Behörden aus dem unteren Fricktal jahrzehntelang gegen die Immissionen aus der Aluminium-Industrie im badischen Rheinfelden protestierten, widmet sich Henri Leuzinger.

Ob Rudolf von Rheinfelden ein königlicher Kämpfer oder Verräter war, untersucht Ute W. Gottschall. Und Linus Hüsser verweist auf Burgund, das Stammland der Grafen von Rheinfelden. Der Beginn des Ersten Weltkriegs und die Auswirkungen auf die Hochrheinregion bringt Hans Peter Haug näher.

Valentin Zumsteg zeichnet ein Porträt von Jasmin el Sonbati, die als Muslime zwischen der Schweiz und Ägypten pendelt, ihren Zwiespalt zwischen Tradition und Moderne verarbeitet; die heute 53-Jährige lebte mit ihren Eltern eine zeitlang in Rheinfelden.

Den einheimischen Orgelbauer Peter Meier stellt Susi Heid-Roth vor, der im kommenden Jahr übrigens sein zehnjähriges Firmenjubiläum feiern darf. Auf die traditionsreiche Hefefabrik Klipfel schauen Alberto Pezzoli und Andrea Leibinger.

Die Quartiergeschichte des Kapuzinerbergs beleuchtet Marcel Hauri und Chris Leemann beschäftigt sich intensiv mit den historischen Namen von Wegen, Strassen und Fluren auf dem Kapuzinerberg. Robi Conrad geht der Frage nach, ob die in Basel so berühmte «Faschtewaie» eigentlich aus Rheinfelden stammt.

Dass die Bezirksschule seit zwanzig Jahren einen intensiven Schüleraustausch mit dem britischen Dartford südlich von London pflegt, hebt Hans Peter Haug hervor und spricht von einer «bereichernden Erfahrung für alle Beteiligten». Dass der Dritte-Welt-Laden «Claro» schon seit dreissig Jahren besteht, zeigt Beat Vosseler auf.

Die neuesten Rheinfelder Neujahrsblätter sind im örtlichen Buchhandel für 29 Franken erhältlich.

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