Die «Rheinfelder Neujahrsblätter» feiern ein Jubiläum: die Herausgabe des 75. Jahrgangs. Anfänglich mit nur gerade 47 Seiten gestartet, umfasst das Buch heute mit kleinen Abweichungen 200 Seiten. Bunt und vielseitig wird über die Zähringerstadt berichtet, der Bogen der Beiträge verschiedenster Autoren ist breit gespannt, von Historischem bis zu Aktuellem, stets kombiniert mit aussagekräftigen Fotografien – und immer ein Porträt einer liebenswerten Stadt.

Die Vernissage des Jubiläums-Jahrgangs feierte die Kommission der «Rheinfelder Neujahrsblätter» gemeinsam mit Gästen in der Kurbrunnenanlage und hatte ganz druckfrisch die neue Ausgabe im goldenen Einband dabei. Musikalisch umrahmt wurde der Anlass vom Percussionsensemble «Flying Sticks» von der Musikschule Rheinfelden/Kaiseraugst.

Nach der Begrüssung durch Ute W. Gottschall, Präsidentin der Kommission, stellten die Mitglieder, die bei der Zusammenstellung der Neujahrsblätter federführend sind, die einzelnen Berichte sowie deren Autoren vor. Valentin Zumsteg erinnerte in seiner Abhandlung an die Bodensenkung der Landstrasse von Rheinfelden nach Möhlin 1986. Der Feldweg wankte, starke Risse zeigten sich, eine Fläche von 90 mal 80 Metern brach ein.

Rheinfelder Marsch

Lange Zeit war bei den Musikanten der Rheinfelder Stadtmusik der Marsch als Genre nicht sonderlich beliebt, sondern verbunden mit dem Etikett verstaubt und gestrig. Allerdings sind Märsche bei den Darbietungen an eidgenössischen Musikfesten zwingend gefordert. Warum also, sagte sich das Orchester, nicht einmal etwas Eigenes nach unserm Geschmack auf die Beine stellen? Gesagt, getan. So entstand der neue Rheinfelder Marsch, eingängig, flott und stimmungsvoll. Erstmalig wurde am Jahreskonzert 2018 präsentiert. Den Findungsprozess beschreibt Dominik Baltzer, Präsident der Stadtmusik.

Ebenso interessant zu lesen ist, wie in Rheinfelden in den vergangenen sieben Jahren mit dem «Projekt Vein» an der Energiewende gearbeitet wurde. «Vein» ist die verteilte Einspeisung in Niederspannungsnetze mit dem Ziel, die Auswirkungen dieser dezentralen Einspeisung vertieft kennenzulernen. Bereits dreimal wurde darüber in den Neujahrsblättern berichtet, in diesem Buch gibt es nun dazu abschliessende Betrachtungen von Projektleiterstellvertreter Peter Mauchle.

Kurzweiliger Reigen

Und so setzt sich der Reigen unterschiedlichster Beiträge kurzweilig fort: Rückblenden in die Zeit des Zweiten Weltkrieges mit Bildern und Erinnerungen an polnische Soldaten, ein Porträt des Jägers und Büchsenmachers Jean-Louis Mehlin, ein Beitrag darüber, wie das Capriccio Barockorchester seine Heimat fand, ein Text über Rheinfelden als Tourismusstadt gestern und heute, Artikel über Sagen, Vereinsleben, Kultur, Schulen und manches mehr.

Sehr eindrücklich und zum Nachdenken anregend ist der Beitrag von Jürg Stüssi- Lauterburg zum Thema Krieg und Frieden 1919 im Spiegel der damaligen Presse. Überall Not, Teuerung, Einschränkungen, Knappheit in der Lebensmittelversorgung. Gross die Friedenshoffnung der Menschen, dass nun endlich die Staaten zu einem neuen Geist für Wahrheit und einem guten Miteinander finden.