Frick
Neuheit in Frick: Mit Knopfdruck zum Betreuungsdienst

Der Verein für Altersbetreuung im Oberen Fricktal startet mit einem schweizweit einmaligen Pilotprojekt: In den 19 Alterswohnungen der neuen Überbauung Mühlegasse wird modernes technisches Kommunikations-Unterstützungssystem eingeführt.

Walter Christen
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Service via TV für Seniorinnen und Senioren in ihrer eigenen Wohnung wird in Frick erprobt (Foto: Walter Christen)

Service via TV für Seniorinnen und Senioren in ihrer eigenen Wohnung wird in Frick erprobt (Foto: Walter Christen)

AZ

Die steigende Lebenserwartung und gleichzeitig eine Zunahme der chronischen Erkrankungen sind die Tendenzen im Wandel der Bevölkerungsentwicklung. Die Gesellschaft mit den bestehenden sozialen und medizinischen Versorgungssystemen gerät deshalb unter wirtschaftlichen Druck.

Durch die Überalterung nimmt die Bedeutung der traditionellen Hilfs- und Pflegeleistungen immer mehr ab. An deren Stelle müssen andere Versorgungsmöglichkeiten treten.

Länger in der eigenen Wohnung

Eine deutliche Entspannung der ganzen Situation in der Altersbetreuung könnte herbeigeführt werden, indem ältere Leute möglichst lange in der eigenen Wohnung oder im eigenen Haus leben könnten. Dies wiederum bedingt den Aufbau einer Infrastruktur mitsamt einem Betreuungskonzept. Der Verein für Altersbetreuung im Oberen Fricktal (VAOF) macht nun Nägel mit Köpfen und schreitet zur Tat: In den 19 Alterswohnungen der neuen Überbauung Mühlegasse in Frick, die Ende Oktober bezogen werden können, wird erstmals ein neuartiges Konzept eingeführt in Form eines schweizweiten Pilotversuchs: Mia heisst dieses moderne technische Kommunikations-Unterstützungssystem, welches bis im Oktober 2012 in den Alterswohnungen Mühlegasse erprobt werden soll.

Dafür braucht es einen Internetanschluss sowie ein TV-Gerät mit einer kleinen Zusatzbox für die technische Plattform und eine spezielle Fernbedienung. Diese ist mit Farben links und rechts altersgerecht aufgebaut. «Wir sind zuversichtlich, dass es klappt», so VAOF-Geschäftsführer Andre Rotzetter. Er hielt gegenüber der az Aargauer Zeitung fest, dass die Betreuung und gewisse Services den Unterschied zwischen einer Alterswohnung und einer hindernisfreien Wohnung ausmachen.

Grund- und Wahlangebot

Konkret heisst das, die Betreuung unterscheidet zwischen einem Grundangebot für alle Bewohnerinnen und Bewohner der Mühlegasse-Alterswohnungen (deren 18 sind bereits vermietet), und einem Wahlangebot. Letzteres kann von den Mietern individuell und nach Bedarf bezogen respektive mithilfe der technischen Einrichtung am TV-Gerät auf Knopfdruck abgerufen werden.
Im Grundangebot bietet der VAOF einen täglichen Sicherheitscheck, einen 24-Stunden-Notruf mit definierter Intervention, einen Concierge-Service, die allgemeine Betreuung der Mieterinnen und Mieter, diverse Freizeitangebote im nahegelegenen Alterszentrum Bruggbach und die Sicherstellung der Notfallpflege.

Wahldienstleistungen werden vermittelt und durch den Leistungserbringer abgerechnet, etwa der Mahlzeitendienst, hauswirtschaftliche sowie pflegerische Dienste, Handreichungen im Alltag, Freizeitangebote und Verschiedenes. Die Betreuung der Seniorinnen und Senioren nimmt während des Pilotversuchs eine Sozialarbeiterin wahr. Bewährt sich der Versuch, wird das Kommunikations-Unterstützungssystem im Fricktal flächendeckend aufgebaut.

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