Zeihen
Neugierig sein und mit dem Herzen sehen

In der Zeiher Unterkirche haben vier Ausstellungsmacherinnen biblische Frauenfiguren in Szene gesetzt und eine einzigartige Ausstellung geschaffen. Die Ausstellung über Powerfrauen in der Bibel eröffnet neue Perspektiven.

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Powerfrauen in der Bibel: Ausstellung in Zeihen eröffnet neue Perspektiven
8 Bilder
Die Ausstellungsmacherinnen als biblische Figuren dargestellt
Powerfrauen aus der Bibel: Maria von Magdala.
Powerfrauen aus der Bibel: Abigail mit dem beladenen Esel.
Powerfrauen aus der Bibel: Judit nach dem unausweichlichen Griff zum Schwert.
Die Figuren tragen die unverkennbare Handschrift von Gabrielle Hasler.
Powerfrauen aus der Bibel: Eva, die Mutter aller Lebenden, und Adam
Das Interesse an der Ausstellungsvernissage war gross.

Powerfrauen in der Bibel: Ausstellung in Zeihen eröffnet neue Perspektiven

AZ

Es ging ihnen dabei ähnlich wie Noemi und den beiden Schwiegertöchtern, Orpa und Rut, die trotz getrennten Wegen nicht voneinander lassen konnten.

Nachdem Brigitt Meier vom Frauenbund, die damalige Gemeindeleiterin von Zeihen, Edith Rey und die Künstlerin Gabrielle Hasler 2002 eine Weihnachtsausstellung und 2004 eine Osterausstellungen mit Schwarzenberger Figuren gemacht hatten, haben sich ihre Wege getrennt. Edith Rey ist heute als Gemeindeleiterin in Widen tätig.

Doch im Juni 2008 und nach Prüfung anderer Themen wagte sich das eingespielte Team an eine neue Herausforderung und suchte nach interessanten Frauenfiguren in der Bibel. Entstanden sei eine lange Liste, was die Auswahl schwierig gemacht habe, erklärte Edith Rey an der Vernissage am Freitagabend.

Frau Weisheit erwies sich aber als roter Faden, weil sie in all den Frauen spürbar und erfahrbar sei, so Rey.

Der Titel der Ausstellung «Das Gebot der Weisheit ist Liebe» sei auch das Motto der Zusammenarbeit im Team, zu dem neu Sabina Meier aus Herznach gestossen sei, erklärte Gabrielle Hasler.

Entstanden ist ein Gesamtkunstwerk mit je sechs Szenen aus dem Alten und dem Neuen Testament, einer Taufszene und einer Schlussszene mit Maria in der Offenbarung. «Anfang und Ende geben sich am Schluss die Hand», zeigt sich Hasler mit dem Resultat zufrieden.

Die Szenen wirken schlicht; nichts lenkt von den nicht einmal 30 Zentimeter hohen Figuren ab. Hasler fertigte die Figuren vom Körperbau bis zur Kleidung selber an und haucht ihnen so Leben ein.

Da stehen nun Adam und Eva, die Mutter aller Lebenden, die energiegeladene Mirjam oder die junge Witwe Judit, für die der Griff zum Schwert unausweichlich wurde. Allen gemeinsam ist, dass sie das taten, was sie für richtig hielten.

Es sind Frauen, die mit beiden Beinen auf dem Boden stehen, Verantwortung übernehmen, Kontakte knüpfen und mutig handeln. «Die auf den ersten Blick gesichtslosen Figuren haben eigentlich viele Gesichter», verrät Hasler, «man muss nur das Herz öffnen, um dies zu erkennen. In den letzten 2000 Jahren hat sich gar nicht viel verändert. Wir sind immer noch Menschen.»

Sabina Meier ist überzeugt, dass die Ausstellung eine gute Möglichkeit ist, die Bibel, die für viele ein Buch mit sieben Siegeln ist, von einer unbekannten Seite zu entdecken und neugierig zu werden. Ein kleiner Ausstellungsführer bietet dabei Unterstützung. (az)

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