Frick ist auf Wachstum eingestellt: Im Oberdorf sind die ersten von insgesamt knapp 100 Wohnungen bereits bezogen, beim Widenplatz sind die Maschinen für den Bau von rund 40 Wohnungen aufgefahren, im Gebiet Lammet hinter dem Bahnhof sind weitere 180 bis 225 Wohneinheiten geplant. Baubeginn dürfte hier 2018 sein.

Und die nächste Überbauung steht ebenfalls bereits in den Startlöchern: Für das Gebiet Blaie beim Oberstufenzentrum Ebnet wird derzeit ein Gestaltungsplan erarbeitet. Die Gemeinde geht davon aus, dass hier 150 bis 200 Wohneinheiten entstehen können.

Bewohner fordern Anpassungen

Die neue Siedlung stösst in den umliegenden Quartieren auf wenig Begeisterung. Insbesondere die Dichte der Siedlung, die Verkehrserschliessung und die Zahl der Parkplätze – neben den Plätzen für die Anwohner sind weitere für die Gewerbebetriebe an der Dammstrasse vorgesehen – sorgen für Stirnrunzeln. Die Bewohner der angrenzenden Quartiere haben deshalb im Mitwirkungsverfahren Anfang Jahr eine «gemeinsame und umfassende Eingabe» gemacht, wie Gemeindeschreiber Michael Widmer auf Anfrage der az bestätigt. Sie forderten unter anderem Anpassungen und Massnahmen bei der Verkehrserschliessung, der Baudichte und dem Hochwasserschutz.

«Diese Eingaben werden aktuell verarbeitet und ein definitiver Gestaltungsplanentwurf wird erstellt», erklärt Widmer. «Die Anliegen der Anwohner werden so weit möglich mitberücksichtigt.» So sei die Baudichte im Bereich Zwidelle reduziert worden und auch die Verkehrserschliessung werde nochmals überarbeitet. «Die Haupterschliessung wird aber weiterhin von der Schulstrasse her erfolgen», sagt Widmer.

Angst haben einige Anwohner davor, dass sich die Hochwassergefahr durch die neue Überbauung weiter akzentuiert. Die Hochwassergefahrenkarte des Kantons weist für den Bruggbach, an dem die Siedlung zu liegen kommt, eine «erhebliche Gefährdung» auf. Widmer kann beruhigen. Derzeit werde in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Gipf-Oberfrick und den weiter oben liegenden Gemeinden ein Hochwasserschutz geprüft, der Rückhaltebecken oberhalb der Gemeinde Gipf-Oberfrick beinhalte. «Sofern dieses Szenario umgesetzt werden kann, erübrigt sich ein Hochwasserschutz in Frick. Andernfalls ist der Hochwasserschutz mit dem Gestaltungsplan nachzuweisen.»

Widmer versteht, dass die hohe Zahl von 150 bis 200 neuen Wohneinheiten auf diesem doch eher kleinen Areal die Anwohner erschreckt. «Doch Bund und Kanton geben vor, dass verdichtet gebaut werden muss.» Überzeugt ist er von der Lage, diese sei «einzigartig»: Unmittelbar neben dem Bahnhof und der Schulanlage – und doch sehr ruhig.

Für Pendler interessant

Der Gemeindeschreiber geht denn auch davon aus, dass die «Blaie» vor allem für Pendler und Familien attraktiv sein wird. «Bedingt durch die grosse Nähe zur hervorragenden Anbindung an den öffentlichen Verkehr, erhofft sich die Gemeinde, dass das Wohnangebot bei öV-affinen Bewohnern auf Anklang stossen wird und die Autodichte vergleichsweise tief sein wird.»

Wann realer Wohn-Klang ertönen wird, sprich: Wann die Überbauung erstellt sein wird, lässt sich laut Widmer noch nicht abschätzen. Das hänge stark davon ab, wie schlank das Verfahren ablaufe. Es dürfte noch Jahre dauern.

Längst bezogen sein werden dannzumal die Wohnungen im Oberdorf, beim Widenplatz und wohl auch im Gebiet Lammet. Frick dürfte dann rund 800 Personen mehr zählen als heute.