Kaiseraugst

Neues Quartier an zentraler Lage? Falls die Firma Thommen wegzieht, ist das sehr gut möglich

Wird für die Firma Thommen ein Alternativstandort gefunden, könnte am Bahnhof ein neues Quartier entstehen.

Wird für die Firma Thommen ein Alternativstandort gefunden, könnte am Bahnhof ein neues Quartier entstehen.

Bevor beim Bahnhof Kaiseraugst neue Wohnbauten entstehen, muss die Recyclingfirma Thommen einen neue Standort finden.

Mit der Gesamtrevision der Bau- und Nutzungsordnung (BNO) will Kaiseraugst eine «positive Weiterentwicklung der Gemeinde» erreichen. Dies sagte Gemeindepräsidentin Françoise Moser an einer Infoveranstaltung zur Revision im November.

In ihrem Vortrag verwies sie dabei auf das Kaiseraugster Entwicklungsleitbild 2040+. Darin heisst es unter anderem: «Ziel ist es, eine gestärkte Verbindung zwischen den beiden bestehenden Zentren im historischen Dorfkern und der Liebrüti zu etablieren.»

Eine wichtige Rolle spielt dabei die Entwicklung auf dem Areal der Recyclingfirma an zentraler Lage beim Bahnhof. «Dieses Areal soll zu einem neuen Quartier mit einer auf das Wohnen fokussierten Nutzung entwickelt werden», heisst es im Entwicklungsleitbild weiter. Einzelne Nutzungen etwa aus dem Dienstleistungssektor seien denkbar, sollten aber auf den Bedarf vor Ort beschränkt bleiben und keinen zusätzlichen Verkehr erzeugen.

Streit mit Anwohnern wegen Emissionen

Allerdings: Bevor beim Bahnhof ein solches neues zentrales Quartier entstehen kann, muss erst noch ein Alternativstandort für die Recyclingfirma Thommen gefunden werden. Ein Vorhaben, das die Gemeindebehörden schon seit einiger Zeit beschäftigt – und dies nicht allein aus raumplanerischen Gründen.

Seit Jahren schwelt ein Streit zwischen Anwohnern und Recyclingfirma, bei dem es um Lärm- und Staub-Emissionen geht. Bereits 2015 hatten über 500 Einwohner von Kaiseraugst in einer Petition eine deutliche Senkung der Emissionen gefordert. Die Suche nach einem Alternativstandort ist allerdings nicht einfach.

So müssen unter anderem Faktoren wie die Fläche, die verkehrstechnische Erschliessung, die Infrastruktur oder die Umweltverträglichkeit gegeben sein. Man arbeite jedoch «mit Hochdruck» an der Suche, sagte Moser im November. Und auch jetzt gibt es noch keine definitive Lösung. «Gespräche sind im Gang», sagt Gemeindeschreiber Rolf Dunkel. Mehr könne man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen.

Inputs zu rund 100 Einzelpunkten

Abgeschlossen ist dagegen inzwischen das Mitwirkungsverfahren zur Gesamtrevision der BNO. «Das Thommen-Areal war bei den Rückmeldungen kaum ein Thema», so Dunkel. Überhaupt hält sich die Zahl der Teilnehmer an der Mitwirkung in der Gemeinde mit rund 5500 Einwohnern in Grenzen.

Dunkel spricht von rund 30 Eingaben von Einzelpersonen oder Gruppierungen. «Da dabei jeweils Inputs zu verschiedenen Themen eingegangen sind, handelt es sich insgesamt um rund 100 Einzelpunkte», so der Gemeindeschreiber.

Derzeit sei das Planungsbüro dabei, die Eingaben zu sichten. Noch in diesem Monat wird dann eine Besprechung zwischen Vertretern der Gemeinde und des Planungsbüros stattfinden. Ausbezahlt hat es sich, dass Kaiseraugst als erste Fricktaler Gemeinde bei der Mitwirkung auch ein digitales Verfahren bereitgestellt hat. «Die meisten der Eingaben erfolgten auf dem digitalen Weg», so Dunkel.

Autor

Marc Fischer

Marc Fischer

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