Gipf-Oberfrick

Neuer Verkaufskanal: Fricktaler verkauft seine Kirschen in Zürich

Christoph Rickenbach vertreibt einen Teil seiner Kirschen online. (Symbolbild)

Rund 140 Hochstamm-Kirschbäume stehen auf dem Riedackerhof in Gipf-Oberfrick. Für den Verkauf der süssen Früchte hat Christoph Rickenbach, der die Chriesi zusammen mit seinem Vater biologisch anbaut, in diesem Jahr erstmals auf einen neuen Verkaufskanal gesetzt: die Online-Plattform crowdcontainer.ch. 

«Ich wurde an der Generalversammlung der Fricktaler Hochstammproduzenten auf Crowdcontainer aufmerksam», so Rickenbach. Hochstamm Suisse habe das Projekt vorgestellt. Da es schwierig sei, die Hochstammfrüchte in den Grosshandel zu geben, da sie manchmal wetterbedingt kleinere Schäden aufwiesen, sei dies für ihn eine interessante Option.

«In einem Hofladen könnte ich nicht die gleichen Mengen verkaufen», so Rickenbach. Und: «Der Preis, den ich erzielen kann, ist erst noch höher.» Denn Crowdcontainer errechnet einen kostenbasierten Preis und schlüsselt diesen für die Kunden transparent auf. Ziel der Plattform ist es, dass Kleinproduzenten aus drei Kontinenten ihre Produkte durch Sammelbestellungen direkt an die Kunden verkaufen können, wie Gründer Tobias Joos sagt.

Produzent ist am Abholtermin vor Ort

Während Waren wie Gewürze oder Cashewnüsse aus Indien oder Teigwaren aus Sizilien nach den Bestellungen containerweise importiert und den Kunden geliefert werden, stellt sich bei den Kirschen, einem «Ultra-Frischprodukt», wie Joos sagt, die Frage, wie sie möglichst rasch vom Produzenten zum Konsumenten kommen.

«Ein Versand liegt nicht drin», ist für Joos klar. Also setzte man auf die «Pick up»-Lösung. «Als wir die 100 Kilogramm Fricktaler Hochstamm-Kirschen anboten, stand schon fest, wann und wo die Kunden das Produkt abholen müssen», so Joos. Und so fuhr Christoph Rickenbach mit seinen Chriesi nach Zürich und verkaufte sie direkt seinen Kunden, die vorbestellt hatten. «Es ist schön, so mit den Konsumenten in Kontakt zu kommen», sagt er.

Der Verkauf war ein Erfolg. Zweimal konnte Christoph Rickenbach 100 Kilogramm seiner Kirschen verkaufen – «und die Nachfrage wäre noch grösser gewesen», wie er sagt. Auch Tobias Joos ist zufrieden: «Das Abhol-Konzept hat sich bewährt. Von den 103 Bestellern haben letzte Woche 102 ihre Kirschen abgeholt.»

Trotz des Erfolgs wird es in diesem Jahr keine weitere Chriesi-Aktion mehr geben. Aber man sei schon mit Produzenten anderer Obstsorten, insbesondere Zwetschgen in Gesprächen, um auch diese Früchte via Crowdcontainer anbieten zu können, so Joos.

Autor

Marc Fischer

Marc Fischer

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