Laufenburg

Neuer Seelsorger: «Wir fühlen uns sehr wohl hier»

Seit August ist Thomas Frey Seelsorger im Schynbergverband mit den vier Pfarreien Laufenburg, Sulz, Kaisten und Ittenthal.

Seit August ist Thomas Frey Seelsorger im Schynbergverband mit den vier Pfarreien Laufenburg, Sulz, Kaisten und Ittenthal.

Thomas Frey freut sich, dass er als Seelsorger für den Schynbergverband sehr offen begrüsst wurde. Vom ersten Moment an war er sehr gefordert. Zeit nimmt er sich zurzeit auch für einige Flüchtlinge.

«Ja, wir sind angekommen.» Thomas Frey unterstreicht seine Bemerkung mit einem zufriedenen Nicken. Er sitzt im Besprechungszimmer des Laufenburger Pfarrhauses. Jenem Haus, in das er vor drei Monaten mit seiner Familie – der Ehefrau sowie den beiden Söhnen – eingezogen ist. Arbeits- und Wohnort in einem. Ein Arbeitsplatz von vielen. Als Seelsorger für den Schynbergverband mit seinen vier Pfarreien Laufenburg, Sulz, Kaisten und Ittenthal ist er oft unterwegs.

Es sei schon ganz schön viel gewesen, teils auch sehr stressig, erzählt er, wie der Start in Laufenburg verlaufen ist. «Das gilt für die ganze Familie.» Dazu gehörte auch der Umzug vom Freiamt, wo er in Dottikon 18 Jahre lang als Gemeindeleiter die Gemeinde Dottikon betreut hatte. Danach stand das sich Zurechtfinden in den neuen Aufgaben, der neuen Umgebung, der Schule und dem ganzen Umfeld an. Dass das gelungen ist, macht Thomas Frey deutlich mit: «Wir fühlen uns sehr wohl hier.»

Allein statt zu dritt

Er selber wurde vom ersten Moment an in seinem neuen Wirkungsbereich sehr gefordert. Bei seiner Anstellung war er noch davon ausgegangen, dass er Unterstützung vom Sulzer Pfarrer sowie einem Pastoralassistenten bekommt. Doch die Realität sieht anders aus. «Wir hätten zusammen 250 Stellenprozent, ich davon 100, ausgemacht. Im Juli hat sich dann aber der Sulzer Pfarrer aus persönlichen Gründen dafür entschieden, zurück nach Polen zu gehen.»

Die 50-Prozent-Stelle des Pastoralassistenten konnte nicht besetzt werden. Somit war der neue Schynberg-Seelsorger mehr oder weniger auf sich alleine gestellt. Unterstützung erhielt er durch den pensionierten Priester Kurt Ruef aus Laufenburg. Frey hatte nicht wie bisher eine, sondern parallel gleich vier Pfarreien zu betreuen. Kein Grund, um sich aus der Ruhe bringen zu lassen. «Das ist nicht meine Art.» Er schulterte den prall gefüllten Aufgabenrucksack und machte sich auf, Leute und Pfarreien kennen zu lernen.

Seit August nimmt er in allen vier Pfarreien an jeder Sitzung – Kirchenpflegen, Pfarreiräte, Frauenvereine – teil. «Ich wollte das. Nur so kann ich sicherstellen, dass das gegenseitige Kennenlernen funktioniert.» Türen musste er dabei keine aufstossen. Sie waren bereits geöffnet. Über diese offene Akzeptanz, dem Dazugehören freut sich Thomas Frey sehr. Bei den Zusammenkünften erfährt er zudem von den Anliegen und Bedürfnissen der Leute. Ausserdem – und hier kommt eine weitere, grosse Aufgabe auf ihn zu – kann er auf Unsicherheiten, Ängste und Fragen der Kirchenmitarbeitenden punkto künftiger Pastoralraum eingehen. Frey wird ab neuem Jahr als Wegbereiter für den Pastoralraum AG 21 zuständig sein. Zu diesem gehören neben den vier Schynberg-Gemeinden auch die Pfarreien Mettau und Gansingen.

Sitzungen, Gottesdienstvorbereitungen, Beerdigungen, Gespräche mit den Gläubigen, Begleitung bei Senioren- und Ministrantenausflüge und anderes sorgen für einen vollen Terminkalender. «Der Beschäftigungsgrad ist hoch», sagt Thomas Frey, betont aber sofort: «Es stimmt so, ist richtig und gut.» Und die Familie? «Wir pflegen bestimmte Rituale. So beispielsweise das tägliche gemeinsame Mittagessen.» Die lange Erfahrung, die er als Seelsorger mitbringt, zeigt sich auch darin, dass er sich stets gut organisiert und vorbereitet. Dadurch schafft er auch immer die Zeitfenster, welche es für Unvorhergesehenes im Pfarreialltag ebenfalls braucht.

Hilfe für Asylsuchende

Zeit nimmt er sich auch für ein Thema, das zurzeit europaweit beschäftigt: die Flüchtlinge. In Laufenburg hat der Kanton vor einigen Wochen eine Gruppe Asylsuchende in einer Privatliegenschaft einquartiert. Thomas Frey gehört ebenfalls der Interessengruppe an, die sich für die Integration dieser Personen einsetzt. «Sie einfach einzuquartieren und sie dann sich selber überlassen, genügt nicht», ist er überzeugt. Es ist für ihn eine Selbstverständlichkeit, bei der Realisierung der von der IG eingebrachten Gemeinschaftsaktionen aktiv mitzuhelfen. Er begrüsst es zudem, dass die Kirchenpflegen prüfen, ob sie in ihren Gemeinden Asylbewerbern Wohnraum anbieten können. Er war bei entsprechenden Gesprächen auch in Kaisten dabei. Hier war die Kirchenpflege offen dafür, das leerstehende Pfarrhaus für Flüchtlinge anzubieten, was sich letztlich aber nicht realisieren liess.

Ein Zeitfenster hat sich für Thomas Frey seit letztem Mittwoch geöffnet. In Sulz konnte bis Ende Juli 2016 ein Priester aus Nigeria eingestellt werden. «Ich kann mich nun bei einem Fussballclub anmelden», freut sich der 53-Jährige darauf, seinem grossen Hobby wieder regelmässig nachgehen zu können. Dabei auch einfach mal die Kirche Kirche sein zu lassen und dafür den Ball ins Tor zu befördern.

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