Kaiseraugst

Neuer Lösungsvorschlag: Kann so der Erhalt des Liebrüti-Hallenbads gesichert werden?

Der Kaiseraugster Gemeinderat strebt für das Hallenbad Liebrüti eine Leistungsvereinbarung mit den Eigentümern an.

Der Kaiseraugster Gemeinderat strebt für das Hallenbad Liebrüti eine Leistungsvereinbarung mit den Eigentümern an.

Der Gemeinderat Kaiseraugst setzt für die Zukunft des Hallenbades Liebrüti neu auf eine Leistungsvereinbarung mit den Eigentümern. An die Sanierung soll die Gemeinde sechs Millionen zahlen.

Im Dezember legte der Kaiseraugster Gemeinderat den Stimmberechtigten einen Gesellschafts- und einen Dienstbarkeitsvertrag vor, um die Zukunft des Hallenbads Liebrüti zu sichern. Die Gemeinde und die Eigentümer wollten zusammen eine Gesellschaft gründen, das Bad für insgesamt 10,5 Millionen Franken sanieren und von einem externen Betreiber führen lassen. Der Gemeindeanteil hätte damals 4,725 Millionen Franken betragen. Hätte, denn der Souverän wies das Geschäft zurück.

Nun legt der Gemeinderat an der Gemeindeversammlung vom 20. Juni eine neue Lösung vor, denn «wir wollen langfristig ein attraktives Liebrüti-Quartier mit einem belebten Zentrum», wie Vizepräsidentin Françoise Moser sagte. Dafür brauche es auch ein attraktives Bad als Magnet. Seit der Rückweisung hat der Gemeinderat mit den Eigentümern, aber auch mit der Finanzkommission und den Parteien Gespräche geführt – und setzt neu auf eine Leistungsvereinbarung.

In dieser sichern die Eigentümer der Gemeinde zu, das Hallenbad bis 2038 zu betreiben. Die Gemeinde zahlt jährlich 100 000 Franken, um das Bad an drei Vormittagen pro Woche während dreier Stunden für Schwimmunterricht zu nutzen, und sie zahlt als einmaligen Beitrag sechs Millionen Franken an die Bestandessanierung – etwa für ein Planschbecken für Kinder, einen Hubboden im Nichtschwimmerbecken oder die optische Aufwertung des Bades. Die Eigentümer ihrerseits übernehmen die 4,1 Millionen für die notwendige technische Sanierung und rund 1,2 Millionen für Zusatzmodule wie Rutsche oder Dampfbad.

Heisst: Im Moment kostet die neue Lösung die Gemeinde mehr als die im Dezember zurückgewiesene Variante, und sie kann künftig keinen direkten Einfluss auf Entscheide der Eigentümer – etwa bezüglich der Eintrittspreise – mehr nehmen. Dennoch sei die neue Lösung attraktiver, so Moser. «Ein grosses Plus ist die Planbarkeit», betont sie.

Und: «Langfristig kommt es für die Gemeinde günstiger.» Denn es müssten keine Abschreibungen getätigt und kein Betriebsdefizit mitgetragen werden. Letzteres betrug in den letzten Jahren rund 350 000 Franken pro Jahr. Dies rechtfertige die höhere Beitragszahlung, so Moser. Zumal das Projekt grundsätzlich teurer wird. Untersuchungen haben gezeigt, dass eine Asbestsanierung für rund eine halbe Million Franken vorgenommen werden muss. Auch für die Eigentümer sei die neue Lösung attraktiv, sagt Moser. Sie könnten so einfacher weitere Ideen, wie etwa Massage-, Physio- oder Fitness-Angebote oder ein Bistro verwirklichen.

«Mit der Leistungsvereinbarung können wir das Hallenbad für die nächsten 20 Jahre sichern», betont Moser. Sollte sie jedoch abgelehnt werden, bestehe das Risiko, dass die Eigentümer den bestehenden Dienstbarkeitsvertrag kündigen. Dies ist im Juni 2018 erstmals mit einer Frist von zwei Jahren möglich.

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