Kaiseraugst

Neuer Lebensabschnitt in der Osternacht

Diakon Stephan Kochinky wird Mirjam Kaufmann in der Osternacht taufen. fam

Diakon Stephan Kochinky wird Mirjam Kaufmann in der Osternacht taufen. fam

Mirjam Kaufmann ist 39 Jahre alt und lässt sich taufen – so wie jährlich gegen 30 Erwachsene im Bistum Basel

Für manche Menschen beginnt in der Osternacht ein neuer Lebensabschnitt: Sie empfangen als Erwachsene das Sakrament der Taufe – zum Beispiel in der katholischen Kirche St. Gallus und Othmar in Kaiseraugst.

Zu jenen Menschen, die sich im Erwachsenenalter für eine Taufe in der katholischen Kirche entschieden haben, gehört auch Mirjam Kaufmann aus Kaiseraugst. Sie wurde als Kind zwar nicht getauft, wuchs jedoch in einer christlichen Familie auf.

«Ich verstehe das Sakrament der Taufe als eine Abmachung zwischen Gott und mir. Ich möchte mein Leben ganz in Gottes Hand legen und meinen Weg Schritt für Schritt mit Jesus gehen.» Die 39-Jährige ist «voller Vorfreude» auf die Taufe in der Osternacht, zu der sie ihre Familie und Freunde einladen wird. Denn: «Für meinen geistigen Weg ist die Taufe fast wie ein Geburtstag.»

Steigendes Bedürfnis

Letztes Jahr liessen sich im Bistum Basel ca. 30 Erwachsene zwischen 17 und 67 Jahren nachträglich taufen, wie die Pastoralverantwortliche Brigitta Aicher erklärt. 2014 waren es ebenfalls 30 Personen. Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil, wo die Erwachsenentaufe einer der Schwerpunkte bildete, habe das Interesse am Empfang des Taufsakraments im Erwachsenenalter zugenommen.

«Ich bin von diesen Menschen, die sich aus freiem Willen für diesen Weg im christlichen Glauben entscheiden, tief beeindruckt», sagt Brigitta Aicher. Oft stehe zum Beispiel eine kirchliche Hochzeit bevor oder jemand kommt über den Lebenspartner zum katholischen Glauben, stellt Brigitta Aicher als Beweggründe fest. Manchmal führe auch eine schwere Krankheit zum Entscheid, der katholischen Kirche beizutreten und die Krankensegnung zu empfangen.

Engagierte Täuflinge

Stephan Kochinky, Diakon der römisch-katholischen Pfarrei Kaiseraugst-Arisdorf-Giebenach, hat in den Jahren mehrmals erwachsenen Personen das Taufsakrament gespendet. Einmal einer Mutter und ihrer Tochter, die aus Angola stammen, und vor zwei Jahren einem Mann, der die katholische Glaubensgemeinschaft als neue religiöse Heimat entdeckte.

«Mittlerweile engagiert er sich in der Kirchenpflege und spielt sogar mit dem Gedanken einer priesterlichen Ausbildung», freut sich Stephan Kochinky. Der Gemeindeleiter bereitet Mirjam Kaufmann in regelmässigen Treffen auf die Taufe und die Gemeinschaft in der katholischen Kirche vor.

Auch kritische Fragen haben Platz

«Ich pflege diese Art Katechese als Dialog, bei dem auch kritische Fragen zur Kirche besprochen werden», sagt Stephan Kochinky. Meist stelle er bei den erwachsenen Täuflingen einen starken Bezug zu Gott und eine grosse Freude auf die Taufe fest.

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