Zwei von drei Ansprüchen erfüllt der Kreisel an der Schaffhauserstrasse in Stein. Denn, so Hansueli Bühler, von einem Kreisel erhoffe man sich, dass aufmerksamer und langsamer gefahren werde, dass sich die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer erhöhe und dass ein stetiger Verkehrsfluss gewährleistet sei und damit Emissionen verringert würden. «Sicher, zügig, umweltfreundlich», fasst der Gemeindeammann zusammen.

Mit einem Blick zum Kreisel und einem Lachen fügt er an: «Aufmerksamer wird gefahren, die Sicherheit ist erhöht - nur mit dem Verkehrsfluss will es gerade nicht klappen.» Tatsächlich stehen die Fahrzeuge rund um den Kreisel fast still, leuchten die Bremslichter rot. Der allabendliche Feierabendverkehr sorgt für einen Stau vom Zoll bis weit ins Industriegebiet Sisslerfeld.

Der 150. Kreisel im Aargau

Die Laune des Gemeindeammanns an der Kreiseleinweihung kann das nicht trüben. 149 Kreisel wurden in einer Anfang Jahr vom Kanton Aargau veröffentlichten Dokumentation vorgestellt. «Vielleicht ist unser Kreisel der 150. des Aargaus», sagt Bühler. «Alleine das wäre ein Grund zum Feiern.»

Die Bauarbeiten für den neuen Kreisel begannen im Sommer 2012 im Rahmen der Belagserneuerungen an der Schaffhauserstrasse. Ziel des Kreisels ist eine Optimierung der Situation bei der Werkeinfahrt Novartis und bei der Syngenta. Der Kreisel mit 36 Metern Durchmesser erschliesst nun beide ansässigen Chemiebetriebe. Die ehemalige Einfahrt zur Novartis dient nun nur noch als Durchfahrt für das Postauto.

Auch die Situation für die Radfahrer und Fussgänger ist neu geregelt: So wird der von Sisseln kommende Radweg nördlich des Kreisels bis über die neue Einfahrt des Busses hinaus parallel zum Strassenrand weiter geführt. Anschliessend steht dem Radverkehr bis zur Einmündung der Rheinbrückstrasse ein Radstreifen zur Verfügung. In umgekehrter Richtung gelangt der Radverkehr ebenfalls auf einem Radstreifen, über den Linksabbieger des Postautos auf dem Radweg in Richtung Sisseln.

Die Gesamtkosten für das Projekt betrugen laut Voranschlag rund 2,2 Millionen Franken, wovon knapp die Hälfte für die Belagsarbeiten budgetiert war. Sowohl Kanton, als auch Gemeinde und Novartis und Syngenta beteiligten sich an den Kosten.

«Vater Rhein» thront in der Mitte

Während am Bau des Kreisels der Kanton beteiligt war, ist die Gestaltung des Kreisel-Innern Sache der Gemeinde sowie im Fall von Stein von der Novartis und Syngenta. Mit Stefan Amberg, Werkleiter Novartis Stein und Peter Riebli, Werkleiter Syngenta Nordwestschweiz, waren Vertreter der Betriebe auch an der Einweihung vor Ort. «Vater Rhein», eine Stahl-Plastik des 2008 verstorbenen Künstlers Hansjörg Gisiger, schmückt den neuen Kreisel. Die Skulptur ist über acht Meter hoch, vier Meter breit und wiegt über fünf Tonnen.

1971 gekauft, stand die Skulptur lange auf dem Syngenta-Areal in Basel. «Hier kommt sie viel besser zur Geltung», sagt Peter Riebli. «Und alleine schon wegen des Namens hat die Skulptur einen Bezug zu Stein», ergänzt Bühler. Er dankte den Betrieben für die Beteiligung bei Transport und Aufbau der Skulptur.

10 000 Fahrzeuge befahren täglich die Schaffhauserstrasse, sagte Bühler noch, wieder mit einem Blick in Richtung Kolonne. Das mit dem Verkehrsfluss dürfte trotzdem klappen - wenn auch nicht in den Stosszeiten morgens und abends.