Möhlin
Neuer Funk als Voraussetzung für Ausbau des Bahnangebots

Planvorlage der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) AG sieht Basisstation mit zwei abgesetzten Antennenstandorten vor.

Walter Christen
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Standort der Bahnfunkstation mit 30,5 Meter hohem Antennenmast an der Unterforststrasse in Möhlin.

Standort der Bahnfunkstation mit 30,5 Meter hohem Antennenmast an der Unterforststrasse in Möhlin.

Walter Christen

Die digitale Kommunikationsplattform «Global System of Mobile Communication-Rail», kurz GSM-R, ist ein Eckpfeiler in der Innovationsstrategie der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) AG. Die neue Technologie deckt in Zukunft alle mobilen Sprach- und Datendienste der Zugkommunikation ab. Damit schafft GSM-R eine wichtige Voraussetzung, mehr Verkehr auf die Schiene zu verlagern, das Angebot im Zug- beziehungsweise öffentlichen Verkehr auszubauen, die betrieblichen Abläufe zu optimieren und den grenzüberschreitenden Verkehr zu vereinfachen. GSM-R bezeichnet ein digitales Funksystem, welches speziell für die Eisenbahnen entwickelt wurde.

Das System baut auf dem in der mobilen Telekommunikation weit verbreiteten Standard «Global System for Mobile Communications» (GSM) auf. GSM-R erweitert GSM mit spezifischen Möglichkeiten für die Bahn. Die Frequenzen von GSM-R sind international harmonisiert und ausschliesslich für die Eisenbahn reserviert. GSM-R bedeutet für die Bahn in der Schweiz, aber auch europaweit, einen wichtigen Schritt in die Zukunft. Die Bauarbeiten für das GSM-R-Netz werden voraussichtlich im nächsten Jahr abgeschlossen sein.

Gegenwärtig sind die SBB daran, den Bahnfunk am Rangierbedienpunkt Möhlin zu verwirklichen. Bis zum 3. Juni dauert das eisenbahnrechtliche Plangenehmigungsverfahren; das Gesuch der SBB liegt im Gemeindehaus Möhlin öffentlich auf.

Neues Plangenehmigungsgesuch

Die Aargauer Zeitung konnte in Erfahrung bringen, dass die SBB im September 2011 ein Gesuch zum Ausbau der Bahnfunkanlage Möhlin mit Standort Tannenhof eingereicht hatten. Es ging um die Errichtung einer dritten Antenne. Doch dagegen gab es Einsprachen beziehungsweise Einwendungen, sodass die SBB das Ausbauvorhaben im Januar dieses Jahres zurückzogen. Noch vorher, am 5. Dezember 2013, reichte die Bahn ein neues Plangenehmigungsgesuch beim Bundesamt für Verkehr (BAV) ein.

Das abgeänderte Projekt sieht nun eine neue Bahnfunkanlage mit einer Basisstation und zwei abgesetzten Stationen (Antennenstandorte) vor. Für die Basisstation sind bei der Bahnunterführung Unterforststrasse ein 30,5 Meter hoher Mast mit einer GSM-R-Antenne und eine Technikkabine für die Sendeanlage geplant.

Die abgesetzten Stationen bestehen aus einer respektive zwei GSM-R-Antennen an der südöstlichen und an der nordwestlichen Fassade des Industriegebäudes der Simona AG an der Bäumlimattstrasse 16 im Industriegebiet.