Oberes Fricktal
Neuer Fahrdienst erleichtert Kindern und Erwachsenen den Alltag

Freiwillige Fahrer vom Verein «Mitenand im Oberen Fricktal» bringen Senioren sicher ans Ziel – nicht nur zum Arzttermin. Der neue Fahrdienst will künftig auch Kinder transportieren.

Lukas Scherrer
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Elisabeth Frey aus Bözen ist Vorstandsmitglied des Vereins «Mitenand im Oberen Fricktal» und für die Koordination des neuen Fahrdiensts zuständig. Claudia Meier

Elisabeth Frey aus Bözen ist Vorstandsmitglied des Vereins «Mitenand im Oberen Fricktal» und für die Koordination des neuen Fahrdiensts zuständig. Claudia Meier

Claudia Meier

Einkaufen, ein Arzttermin oder der Besuch beim Coiffeur: Mit zunehmendem Alter wird das für viele Menschen immer beschwerlicher. Die Beine mögen nicht mehr recht, der Weg zur Bushaltestelle ist zu weit oder die Nutzung des öffentlichen Verkehrs wegen eines Gebrechens gar nicht möglich. Für Transporte zum Arzt, ins Spital, zur Therapie oder Kur gibt es den Fahrdienst des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK) – für übrige Fahrten ohne medizinischen Hintergrund oft nur barmherzige Familienmitglieder oder ein teures Taxi.

Chauffeur-Service spezial

Seit kurzem steht in den Gemeinden Bözen, Effingen, Elfingen, Hornussen und Zeihen ein neuer Fahrdienst zur Verfügung. Dieser wurde vom Verein «Mitenand im Oberen Fricktal» ins Leben gerufen und richtet sich exklusiv an die Bevölkerung der fünf Gemeinden. Die Vereinigung entstand im Sommer aus dem ehemaligen Verein «Spitex Oberes Fricktal» und finanziert seine gemeinnützigen Tätigkeiten unter anderem aus einem Legat in der Höhe von mehr als 500 000 Franken.

Speziell ist das neue Fahrangebot, weil es nicht nur für Transporte zum Arzt oder zur Therapiesitzung zur Verfügung steht. Der Dienst lässt sich auch für den Einkauf im Supermarkt, den Gang zum Gottesdienst oder den Besuch einer Freundin im Altersheim buchen. Selbst längere Reisen sowie Fahrten am Wochenende oder abends lassen sich nach vorgängiger Besprechung einrichten. Damit wolle der Verein Menschen mit eingeschränkter Mobilität in ihrem Alltag unterstützen und deren Angehörige entlasten.

Darüber hinaus möchte der Fahrdienst künftig auch Kinder zum Sport, zum Religionsunterricht oder zur Musikschule transportieren. Dieses Angebot wurde von Eltern in der Region bislang zwar noch nicht genutzt. Der Verein ist aber überzeugt, dass dies ein wichtiges Bedürfnis ist. «Wir wissen aus persönlicher Erfahrung, dass es für Familien oft schwierig ist, Kinder zu bestimmten Zeiten irgendwo hinzubringen und wieder abzuholen», erklärt Gerda Burkhardt, Präsidentin des Vereins «Mitenand im Oberen Fricktal». Der Fahrdienst solle darum nicht nur den Seniorinnen und Senioren, sondern allen Bewohnern der fünf Gemeinden zur Verfügung stehen.

Ausweitung des Angebots offen

Beim neuen Fahrservice gehe es den Vereinsmitgliedern keinesfalls um einen Wettstreit mit dem SRK, wie Burkhardt betont. «Wir verstehen unseren Dienst als Erweiterung des SRK-Angebots und nicht als Konkurrenz.» Die Vereinspräsidentin war früher Sozialarbeiterin in einer Klinik und kennt daher das knappe Angebot an Fahrdiensten. Sie ist überzeugt: «Viele Menschen mit eingeschränkter Mobilität machen gerne auch mal einen Ausflug zu schönen Orten oder möchten sehen, was sich in den Nachbargemeinden tut.» Für solche und ähnliche Zwecke habe der gemeinnützige Verein den Fahrdienst in der Region lanciert.

Um freiwillige Chauffeure für die gute Sache zu finden, schaltete der gemeinnützige Verein Anzeigen in den Mitteilungsblättern der verschiedenen Gemeinden. Mit Erfolg: Auf den Aufruf meldeten sich zahlreiche Helfer, die nun mit ihren Privatwagen Menschen mit eingeschränkter Mobilität von A nach B bringen. Für den Service verrechnet der Verein eine Grundgebühr von 5 Franken für jede Fahrt sowie 80 Rappen pro gefahrenen Kilometer.

Weil der neue Fahrdienst noch in der Startphase ist, sei es schwierig, bereits ein erstes Fazit zu ziehen. Nur so viel verrät Gerda Burkhardt: «Das Angebot hat sich rasch herumgesprochen, sodass wir bereits Anfragen aus Frick erhalten haben.» Noch wolle man sich aber ausschliesslich auf die fünf Gemeinden konzentrieren. «Ob und wann wir das Angebot auf weitere Gebiete ausdehnen, werden wir zu einem späteren Zeitpunkt diskutieren.»

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