Tempo 30 in den Quartieren der Gemeinde Gipf-Oberfrick war schon mehrfach ein Thema. 2004 lehnte der Souverän in einer Referendumsabstimmung einen Kredit für ein Verkehrsgutachten als Grundlage für Tempo 30 ab, ebenso sechs Jahre später. Am Donnerstag brachte Denise Belloli von der Metron Verkehrsplanung AG – sie bearbeitet den kommunalen Gesamtplan Verkehr Gipf-Oberfrick – den Ball wieder ins Spiel.

Dies vor dem Hintergrund, dass «in Wohnquartieren und Zentrumsgebieten mit einem hohen Anteil des Fuss- und Veloverkehrs hohe Geschwindigkeiten des motorisierten Individualverkehrs ein grosses Gefahrenpotenzial haben». Durch die Reduzierung der Fahrgeschwindigkeiten mittels Tempo 30 könne die Sicherheit der schwächeren Verkehrsteilnehmenden erhöht werden, sagte sie.

Und: Der Gemeinderat habe entschieden, «dass er es noch einmal versuchen möchte, Tempo-30Zonen einzuführen», so Belloli. Das blieb nicht ohne Widerspruch. Die Gemeinde habe vor Jahren die Tempo-30-Zone in den Quartieren abgelehnt, erinnerte ein Zuhörer, deshalb empfinde er es «als Affront, wenn das wieder zum Thema wird». Zumal der Gemeinderat das ausführende Organ eines Gemeindeentscheides sei. Vizeammann Georg Schmid erklärte darauf, dass die Einführung einer Zone 30 «für den Gemeinderat nicht in Priorität steht, er sieht jedoch Vorteile darin».

Gemeinderat Jos Bovens hakte nach: «Die Zone 30 ist in einer Bevölkerungsumfrage vor drei Jahren sehr wohl ein Thema gewesen, jetzt ist es an der Zeit, sie wieder zur Diskussion zu stellen.» Immerhin: «Der Gemeinderat kann Tempo 30 nicht einfach beschliessen, da hat das Volk das Sagen», stellte Georg Schmid an der von rund 50 Personen besuchten Veranstaltung im Schulhaus klar.

Norderschliessung thematisiert

Zu diskutieren gab auch die regionale Verkehrssituation. Zwar soll der seit gestern online verfügbare «kommunale Gesamtplan Verkehr Gipf-Oberfrick» eine Verbesserung der Verkehrssituation in der Gemeinde bringen. Aber: «Ich vermisse die Weitsicht und übergeordnete Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden», monierte ein Bürger mit Blick auf die rund 11 000 Fahrzeuge, die täglich durch Gipf-Oberfrick in Richtung Frick fahren.

Und: «Das Problem liegt an unseren Grenzen, an den Schnittstellen, weniger in Gipf-Oberfrick.» Auch ein Thema: die Norderschliessung, also eine bessere Verbindung zum Bahnhof in Frick. Dafür bestehen mehrere Varianten, unter anderem ein zusätzlicher Dammdurchstich für den Fuss- und Veloverkehr sowie eine zusätzliche durchgängige Fuss- und Veloverbindung von den Wohngebieten Märte und Dörrmattrai zum Bahnhof. Entschieden ist jedoch nichts, «der Entscheid, welche Variante detaillierter untersucht und weitergezogen wird, ist noch ausstehend», hiess es an der Versammlung.

Der kommunale Gesamtplan Verkehr (KGV) ist der dritte Baustein der «Gesamtrevision Nutzungsplanung Kulturland und Siedlung» von Gipf-Oberfrick. Dafür wurde eine Begleitgruppe mit Mitgliedern des Gemeinderats, der Verkehrskommission und weiteren Personen aus dem Dorf eingesetzt. Der KGV, ein behördenverbindliches Instrument, wurde Ende Juli vom Gemeinderat verabschiedet und untersteht bis zum 31. Oktober der öffentlichen Mitwirkung. «Wir wünschen schriftliche Eingaben», sagte Vizeammann Schmid. Das ganze Dokument ist auf www.gipf-oberfrick.ch unter «Neuigkeiten» einzusehen.