Laufenburg
Neue Stellen kosten mehr

Der Gemeindeverband des Bezirks will eine Geschäftsstelle einführen – und beantragt eine zusätzliche Sozialarbeiter-Stelle bei der Jugend- und Familienberatung.

Marc Fischer
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Werner Müller, Präsident Gemeindeverband Bezirk Laufenburg

Werner Müller, Präsident Gemeindeverband Bezirk Laufenburg

MARIANNE DOORNENBAL

Am Mittwochabend treffen sich die Abgeordneten des Gemeindeverbands Bezirk Laufenburg. Auf der Traktandenliste steht die Schaffung von mehreren neuen Stellen: Einerseits soll das Geschäftsführungsmodell eingeführt werden, andererseits beantragt der Vorstand eine Personalaufstockung bei der Sozialarbeit der Jugend- und Familienberatung.
«Heute sind die Vorstandsmitglieder auch sehr stark operativ tätig», sagt Verbandspräsident Werner Müller.

Diese nebenamtliche Tätigkeit sei einem Verband dieser Grösse nicht mehr angemessen, so Müller. Deshalb wolle man die Strukturen nun anpassen und so die Professionalität erhöhen. Im Zentrum Hinterer Wasen in Laufenburg, wo künftig alle Dienste des Gemeindeverbands ihre Büros haben, soll deshalb eine Geschäftsstelle eingerichtet werden. Neben der Zustimmung an der heutigen Versammlung braucht es für die Einführung des Geschäftsführungsmodells auch die Zustimmung der Gemeindeversammlungen aller Verbandsgemeinden.

Der künftige Geschäftsführer oder die künftige Geschäftsführerin soll die Schnittstelle zu den Gemeinden bilden, die neue Struktur etablieren und gewährleisten, dass Synergien, die durch den gemeinsamen Standort entstehen, genutzt werden. Allerdings: In einer ersten Phase wird niemand fix angestellt. «Wir planen vorerst mit einem Geschäftsführer auf Mandatsbasis», erklärt der Präsident. «Wir wissen noch nicht genau, welches Stellenpensum wir wirklich benötigen und wollen Erfahrungen sammeln.» Unterstützt werden soll der Geschäftsführer von einem Sekretariat. Dafür wird ab dem kommenden April eine 50-Prozent-Stelle geschaffen.

423'000 Franken höheres Budget

Bei der Jugend- und Familienberatung (JFB) ist gemäss dem Verbandspräsidenten eine Personalaufstockung im Bereich Sozialarbeit aufgrund der Fallzahlen nötig. «Die Bevölkerung im Bezirk wächst und die sozialen Strukturen sind auch nicht mehr so wie früher», so Müller zur Begründung.

Waren es Ende des Jahres 2014 insgesamt noch 343 mittel- bis langfristige Fälle, so bearbeitete die JFB letztes Jahr bereits 421 Mandate und hatte überdies 48 Kurzzeitberatungen zu verzeichnen. Bei derzeit 360 Stellenprozenten ergeben sich so rund 130 Fälle pro Vollzeitstelle. Die Vereinigung der Jugend-, Ehe- und Familienberatungsstellen des Kantons Aargau empfiehlt als Richtgrösse 80 bis 100 Fälle pro 100-Prozent-Stelle.

«Auf Anfang 2018 wollen wir deshalb eine neue Sozialarbeiter-Vollzeitstelle schaffen», so Müller. Auf die Verbandsgemeinden kommen mit diesen Neuerungen höhere Kosten zu. Insgesamt liegt das Budget für das kommende Jahr um rund 423'000 Franken höher als für das laufende. Diese Mehrkosten müssen bei einer Zustimmung der Abgeordneten heute Abend die Gemeinden tragen. Die Aufteilung erfolgt anhand der Einwohnerzahlen.