Rheinfelden
Neue Plattform für die Kunstschaffenden im Kurbrunnen

Auf engem Raum in kurzer Zeit Kunst ganz nah, dies ist das Konzept des Kulturbüros der Stadt. Es will dem professionellen Kunstschaffen der Region eine neue und attraktive Plattform bieten.

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Tyrone Richards «Masse» bietet, wie viele Kunstwerke, Interpretationsspielraum.

Tyrone Richards «Masse» bietet, wie viele Kunstwerke, Interpretationsspielraum.

Das ist die Idee hinter der neuen jurierten Kunstausstellung in der Kurbrunnenanlage, welche vom 16. bis zum 25. November zum ersten Mal durchgeführt wird. Zwölf Künstlerinnen und Künstler aus Rheinfelden und der Umgebung beiderseits des Rheins verwandeln die Kurbrunnenanlage ab dem 16. November 2012 in eine Kunsthalle und präsentieren aktuelle Werke.

Jeder Winkel der Kurbrunnenanlage wird mit Kunst belegt sein, von Video- und Rauminstallationen über Malerei, Fotografie und Druckgrafik bis hin zu Objekten und Architekturvisionen reicht das Spektrum. Daraus möchte die Kuratorin, Ruth Loibl aus dem badischen Rheinfelden, eine stimmige Ausstellung mit vielschichtigen Beziehungen und Verflechtungen zwischen den Werken gestalten.

Die Kurbrunnenanlage soll als historischer Ort der Kunst wieder belebt werden, schafft aber aufgrund der Erhaltung historischer Besonderheiten auch spezielle Ausstellungsbedingungen. Deshalb gibt es in der ersten Ausgabe von «Kunst lokal» mehrere Werke, die sich mit Geschichte und Gegenwart der Kurbrunnenanlage beschäftigen. «Man darf wirklich gespannt sein auf die Rauminstallation», so Michelle Geser, Projektleiterin Kultur im Stadtbüro.

Etwa auf «Gestern – morgen» von Kathrin Kunz oder die Audio-Video-Installation von Eva Borner und Hans Peter Gutjahr zum Thema Trinkwasser, Heilquelle und Kurbad. Auch die Malerei von Alexia Papadopoulos hat indirekt mit Wasser zu tun.

Andere thematische Bezüge zu Rheinfelden und Region lassen sich in den Werken von Tobias Eder, welcher Architekturvisionen zur Bewirtschaftung der Rheinbrücke präsentiert, und Oliver Theinert, welcher in seinen Fotografien das Viertel Liebrüti in Kaiseraugst porträtiert, finden. Einen formalen Bezug zum Musiksaal der Kurbrunnenanlage hingegen schafft René Faber mit seiner Malerei, welche direkt in die Wandelemente des Saales eingepasst wird und so in Dialog mit dem Ausstellungsraum tritt. Dem gegenüber gestellt wird die ungegenständliche Malerei von Michael Thümmrich. Und mit einer Serie von Druckgrafiken von Gido Wiederkehr findet die konkrete Kunst Eingang in die Ausstellung.

Andere Werke greifen aktuelle Themen einer globalisierten und mediatisierten Welt kritisch auf, so die Installation «Take a day off and go shopping» von Roy Andres Hofer oder die Objekte «Ice/Ice Crime» der Künstlerin Heike Schildhauer aus der Rheinfelder Partnerstadt Morges. Menschen rücken ins Zentrum ihrer Arbeiten wie in der Videoinstallation «Seesaw» von Christine Hagin Witz oder in der Malerei von Tyrone Richards. Eingebettet wird die Ausstellung in ein vielfältiges Rahmenprogramm. Anlässlich der Vernissage am 16. November um 18 Uhr findet dann eine Live-Performance des Werkes «Vorläufig erfinde ich die Gegenwart» von Eva Borner und Hanspeter Gutjahr statt.

In drei Künstlergesprächen von Mittwoch, 21. bis Freitag, 23. November, jeweils um 19 Uhr, nehmen die Kunstschaffenden auch Stellung zu ihren Werken. Und an der Finissage am 25. November um 16 Uhr wird die Ausstellung mit Lyrik und Musik von Nathalie Schmid und Lukas Merki bereichert.

Weitere Informationen zur Ausstellung gibt es schliesslich auch auf www.kultur-rheinfelden.ch. Für zusätzliche Auskünfte steht Michelle Geser (Telefon 061 835 52 08) im Kulturbüro zur Verfügung.

Auf Anregung der Kulturkommission wurde das Projekt «Kunst lokal Rheinfelden» entwickelt. Mit einer alle zwei Jahre stattfindenden, grenzüberschreitenden, jurierten und kuratierten Ausstellung wird eine neue Plattform geschaffen, die gezielt das professionelle Kunstschaffen fördert. In der ersten Auflage sind Werke vertreten, welche die Beziehung zwischen Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft im Titel führen.

Mehrere Kunstwerke beschäftigen sich mit der Geschichte der Kurbrunnenanlage und greifen das Thema Heilquelle und Kurbad auf oder reagieren direkt auf die räumlichen Gegebenheiten des ehemaligen Kurhauses. «Geschichte und Gegenwart dieses Hauses stellen einen ungewöhnlich animierenden Rahmen für aktuelles Kunstschaffen bereit», so die Überzeugung der Kulturmanagerin Michelle Geser. (az)