Das WM-Aus der Schweiz kam am Dienstagabend nur kurz zur Sprache: «Jetzt nicht den Kopf hängen lassen», fand Gemeindeammann Regine Leutwyler zu Beginn der gut besuchten Infoveranstaltung im Mehrzweckraum im Regos-Schulhaus. Leutwylers Aufmunterung passte gut zum Thema des Abends, denn es ging um den Blick voraus, um die Zukunft der Dorfmitte von Gipf-Oberfrick – um Visionen und Ideen, aus denen ein «neues Zentrum als pulsierendes Herz der Gemeinde» entstehen soll.

Den Ausgangspunkt des Projektes fasste Sasa Subak vom Dienstleistungsunternehmen «Metron» aus Brugg (Architektur, Raumentwicklung) so zusammen: «Dem Gebiet der neuen Dorfmitte fehlen ein Gesicht und eine erkennbare Siedlungs- und Raumstruktur.» Dies zu ändern, sei die Aufgabe der Entwicklungsvision für die Dorfmitte. Als Hauptziel nannte Subak «eine Dorfmitte mit kurzen Wegen und Aktivierung des Dorflebens, sodass man nicht ins Auto steigen muss».

Fokus auf Wohnnutzung

Das neue Zentrum soll sich auf Wohnnutzungen, unter anderem auch für «Wohnen im Alter», fokussieren. Das heisst, dass Neubauten, die sich von Einfamilienhäusern abheben, entstehen sollen. Die Gemeinde sei der Meinung, «dass es Platz hat», so Subak. Die Neubauten sollen zur Identität des Dorfes beitragen, dies könne schritt- und parzellenweise erfolgen. Stand heute verfüge Gipf-Oberfrick über Reserven in der Dorfmitte, somit müsse nicht über Einzonungen geredet werden. Subak sah im Dorfplatz vor der Kirche einen Ort für öffentliche Aktivitäten, legte aber auch eine neue Bushaltestelle vor dem Gemeindehaus nahe. Ausserdem soll mit einer Mittelzone auf der Landstrasse das Queren für die Fussgänger erleichtert werden.

«Das neue Zentrum soll aus einem Guss sein», bemerkte Gemeinderat Jos Bovens. Dies werde aber nur gelingen, «wenn wir Schritt für Schritt vorgehen». Laut Bovens dreht sich die geplante neue Dorfmitte um das Gemeindehaus mit Gemeindeplatz, um das Milchhüsli (das abgebrochen werden soll), den Friedhof, die Kirchenumgebung, den Sägeweg, den Spielplatz und die Gemeindeparzelle «Oberebnet». Gipf-Oberfrick soll dadurch «mehr Zentrumscharakter erhalten und nicht nur Durchfahrt sein», so Bovens, «das Miteinander könnte so gestärkt werden».

Planungskredit als nächster Schritt

Die weiteren Schritte sehen folgendermassen aus: Zunächst soll an einer der nächsten Gemeindeversammlungen ein Planungskredit beantragt werden. Danach folgen Planung und Umsetzung in mindestens fünf bis zehn Jahren. Die Umsetzung sei ein komplexer Prozess, der die Mitarbeit der Bevölkerung bedinge, erklärte Bovens.

Bereits im Oktober 2015 hat der Gemeinderat mit 25 Personen von verschiedenen Gruppierungen ein Brainstorming zu den Vorstellungen über die neue Dorfmitte durchgeführt, eine Arbeitsgruppe hat diese im Jahr darauf konkretisiert. Daraus entstand ein Wettbewerb unter Raumplanern, der auch einen Sieger ergeben hat. Pikant: «Es gab Differenzen mit dem Sieger, weil der Gemeinderat dessen Darstellung als nicht vermittelbar empfand», so Jos Bovens. Deshalb übernahm «Metron» die Vorstellung am Dienstag.