Laufenburg
Neue Passerelle kostet gegen 200'000 Franken – und auch das Provisorium wird teuer für die Stadt

Vor einem Jahr zerstörte ein Lastwagen die Laufenburger Fussgänger-Überführung. Noch immer steht an der Unfallstelle ein Provisorium.

Marc Fischer
Merken
Drucken
Teilen
Schon kurz nach dem Crash wurde in Laufenburg eine provisorische Passerelle errichtet. archiv/mf

Schon kurz nach dem Crash wurde in Laufenburg eine provisorische Passerelle errichtet. archiv/mf

Marc Fischer

Heute vor einem Jahr blieb ein zu hoch beladener Sattelschlepper an der Laufenburger Fussgängerüberführung hängen und zerstörte sie.

Die Passerelle hatte seit 1983 den Schülern der Primarschule ein sicheres Überqueren der viel befahrenen Winterthurerstrasse (K130) ermöglicht.

Am Jahrestag des Unfalls ist klar: Es wird eine neue Passerelle geben, und diese wird die Stadt gegen 200'000 Franken kosten. Zudem muss die Stadt auch einen Teil der Mietkosten für das Provisorium tragen.

Rückblende: Der Unfall vom 23. September, einem Freitag, ging glimpflich aus. Gegen 18.30 Uhr, weit nach Schulschluss, waren keine Kinder mehr auf der Brücke, als die Ladung des Lastwagens die Überführung herunterriss. Leichte Verletzungen zog sich einzig eine entgegenkommende Automobilistin zu. Ihr Auto erlitt einen Totalschaden. Die zerstörte Passerelle wurde noch am Unfallabend weitgehend entfernt.

Kopie von Unfall Laufenburg
3 Bilder
Eine auf einem Anhänger verladene Arbeitsmaschine blieb bei der Durchfahrt an einer Fussgängerbrücke in Laufenburg hängen.
Eine auf einem Anhänger verladene Arbeitsmaschine blieb bei der Durchfahrt an einer Fussgängerbrücke in Laufenburg hängen.

Kopie von Unfall Laufenburg

Kapo AG

Bereits zwei Wochen nach dem Unfall errichtete eine Gerüstbaufirma eine provisorische Überführung. Dieses Provisorium hat bis heute Bestand – und es wird auch noch eine Weile stehen bleiben.

Koordination mit Sanierung

Nach Diskussionen über eine Unterführung und eine Lichtsignalanlage wird nun definitiv eine neue Passerelle gebaut. Die Stadt hat Gespräche mit dem Kanton und weiteren Beteiligten geführt. Dabei habe sich «der Ersatz der zerstörten Passerelle durch eine neue als beste Variante» herausgestellt, sagt der zuständige Laufenburger Stadtrat Christian Rüede. Damit wird auch einem Anliegen von 126 Personen entsprochen, die auf petitio.ch, der Petitionsplattform der Aargauer Zeitung, ein entsprechendes Begehren unterzeichnet hatten. «Es ist vorgesehen, dass wir die Realisierung eng mit der Sanierung der K130 abstimmen», so Rüede weiter. Die Sanierung der Kantonsstrasse soll im kommenden August beginnen.

Derzeit ist die Stadt Laufenburg daran, Offerten einzuholen. Die effektiven Kosten für die neue Passerelle lassen sich deshalb noch nicht endgültig beziffern. Aber: «Wir gehen gemäss Kostenschätzungen von gegen 200'000 Franken aus», sagt Rüede. Von der Versicherung des Unfallverursachers wird dabei nur der Zeitwert entschädigt. «Da die Passerelle über 30 Jahre alt war, sind die Kosten für den Ersatz mit der Entschädigung bei weitem nicht gedeckt», so Rüede. «Das heisst, die Gemeinde muss einen Grossteil des Ersatzes leider selber finanzieren.»

Hohe Kosten für die Stadt

Das aktuelle Provisorium kostet wöchentlich rund 500 Franken Miete. Auch hier übernimmt die Versicherung nicht den Preis für die Gesamtdauer. «Die Kosten für das Provisorium wurden vorerst für acht Monate von der Versicherung übernommen», erklärt Rüede. Der Gemeinderat habe sich gar überlegt, das Provisorium zu kaufen, und entsprechende Abklärungen getroffen. «Ein Kauf würde sich aber erst nach etwa vier Jahren lohnen», so Rüede weiter. «Deshalb wurde davon abgesehen und das Provisorium wird weiterhin gemietet.»