Mit klarer Stimme sang die 14-jährige Aline Rudin Wolfgang Amadeus Mozarts «Daphne, deine Rosenwangen» und fügt noch den ABBA-Hit «Andante, Andante» an. Auf dem Piano wurde sie von ihrer Gesangslehrerin Chantal Mathez von der Musikschule Frick begleitet.

Die Zuhörer zollten den beiden einen grossen Applaus, vor allem für den mutigen Auftritt des jungen Gesangstalents. Aline ist die Enkelin der Eikener Künstlerin Irma Heltai-Piccolo und leistete auf Wunsch ihrer Grossmutter den musikalischen Rahmen zur Vernissage der Ausstellung im Kornhauskeller.

Nachdem Thomas Stöckli, der Präsident der Kulturkommission, die Gäste zur 13. Kunstausstellung im Kornhauskeller begrüsst hatte, wurde es wieder familiär und Daniel Häfliger, Schwiegersohn von Heltai-Piccolo, sprach die Laudatio auf die beiden ausstellenden Künstler.

Heltai-Piccolos Bilder und Keramiken sind mit Holzarbeiten des Bildhauers Thomas Hofstetter arrangiert. «Bereits zum fünften Mal stellen sie gemeinsam ausgewählte Werke ihres Schaffens aus», eröffnete Häfliger den Besuchern. «Zwischen beiden besteht eine künstlerische Harmonie, die Ergänzung und Herausforderung zugleich ist.»

Für die Ausstellung habe sie zahlreiche Bilder mit Bäumen oder Baumgruppen ausgewählt, erklärte Heltai-Piccolo, passend zum Material der Werke Hofstetters. Sie stammt aus einer Schreinerfamilie und hat selbst einen engen Bezug zu Holz und Bäumen. «Bäume bedeuten mir sehr viel. Ich liebe sie als wichtige Pflanzen», erklärte sie und verwies auf ein Bild in Acryl-Mischtechnik, welches eine Baumgruppe zeigte.

Die Farben in Schichten aufgetragen, hat die Künstlerin eine Baumrinden-ähnliche Struktur geschaffen. Mit Braun-, Rot-, und Gelbtönen sowie Schwarz und Weiss dominieren erdige Farben ihre Bilder.

Harlekin-ähnliche Zügen

Aber Menschen sind ihr ebenso wichtig und zeigen sich auf unterschiedliche Weise in den ausgestellten Figuren. Ihre ‹Hommage an Clowns› zeigt Keramikköpfe mit Harlekin-ähnlichen Zügen, eine Gruppe lebensgrosse Keramik-Figuren ist deutlich abstrahierter in der Darstellung.

Bei der Anfertigung der Keramiken setzt die Künstlerin auch die spezielle japanische Raku-Brenntechnik ein, die besondere farbliche Effekte nach sich zieht. Auch mit ihren Keramikfiguren greift sie das Thema Bäume wieder auf, das ihre Werke mit dem Werkstoff ihres Freundes Hofstetter verbindet.

Ein Thema hat Hofstetter seiner Auswahl nicht zugrunde gelegt. «Ich wollte die Vielfalt von ganz grob belassen bis glatt poliert zeigen», erklärte der Bildhauer aus Reinach (Baselland). Schneckenhäuser, riesige abgebrannte Zündhölzer und kleine Torsi. Für seine Werke verwendet Hofstetter Obsthölzer, die er frisch geschnitten bearbeitet. Die Frische scheint den Werken erhalten geblieben.

Wenn Hofstetter die Form aus dem Holz holt, spielt er gerne mit Rissen in dem Material, die er mit flüssigem Zinn ausgiesst. Gut zu erkennen an einem Kopf mit den Zügen eines Buddhas, über den sich zwei silberne Narben zu ziehen scheinen. Hofstetter schätzte: «Da stecken um die 100 Stunden Arbeit drinnen.»

Die Kunstausstellung im Kornhauskeller ist noch bis 18. November immer samstags von 11 bis 18 Uhr und sonntags von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Die Künstler sind zu den Öffnungszeiten anwesend.