Die Begeisterung für fasnächtlichen Wagenbau in Rheinfelden hielt sich in den zurückliegenden Jahren in Grenzen, weil einerseits kreative und handwerklich begabte Leute fehlten, andrerseits die Sicherheitsbestimmungen immer schärfer wurden. Das verdeutlichten insbesondere die grenzüberschreitenden Umzüge in Rheinfelden. Dem Übel möchte die Fasnachtsgesellschaft Rheinfelden (FGR) nun zu Leibe rücken und bietet deshalb gemeinsam mit Möhlin und Kaiseraugst für Fasnächtler aus der Region das erste Wagenbauseminar an, um Ideen, Möglichkeiten und Anregungen zu generieren.

Schon 2012 hatte die FGR die Initiative ergriffen und Fasnachtsverantwortliche der umliegenden Gemeinden zu einem Gedankenaustausch eingeladen, um Probleme rund um den Wagenbau zu diskutieren und nach Lösungen zu suchen. «Mit neuer Gemeinsamkeit soll die Fasnacht weiterentwickelt werden», formuliert FGR-Präsidentin Béa Bieber das Ziel.

Auch als Rheinfelder Stadträtin mit dem Ressort Bildung, Jugend, Kultur und Sport ist ihr viel daran gelegen, neue Akzente zu setzen und zu dokumentieren, dass sogar ausserhalb der närrischen Saison wichtige Aktivitäten laufen. So gab es beispielsweise 2013 ein Schnitzelbank-Seminar unter dem Lead der FGR. «Diesmal richten wir den Fokus auf die Wagengruppen und hoffen auf wertvolle Inspirationen.»

Anmeldung noch möglich

Für das Seminar diesen Freitag konnten Patrick Wolf und sein Team von der Fasnacht in Nöschikon (Ortsteil von Niederglatt im Kanton Zürich) als Referenten gewonnen werden, die für ihre spektakulären und verrückten Wagenkonstruktionen bekannt sind. Anmeldungen werden noch bis Donnerstag unter bieber@teleport.ch entgegengenommen, wobei man auch mit einer Teilnahme von Narrenfreunden aus der badischen Nachbarstadt rechnet.

Dass sich der Versuch lohnt, davon ist Béa Bieber überzeugt: «Mit solch speziellen Angeboten können wir langfristig unsere Fasnacht fördern und interessant halten; sie hat sich toll entwickelt und diese eingeschlagene Richtung zu neue Gemeinsamkeiten wollen wir weitergehen.» Sie hofft nicht nur auf neue Erkenntnisse am Seminar, sondern vor allem auch auf entsprechende Umsetzung mit Blick auf die Narrenparaden 2015. «Wir dürfen alle gespannt sein», versichert die FGR-Präsidentin.