«Irgendetwas werde ich trotzdem bauen.» Der Satz stammt von Roland Häsler. Gesagt hat der Möhliner Investor ihn im November des vergangenen Jahres. Damals lehnte die Stimmbevölkerung an der Urne das gemeinsame Projekt von Häsler, der Gemeinde sowie der Raiffeisenbank zur Zentrumsüberbauung ab, und zwar deutlich mit 1874 zu 881 Stimmen. Tiefgarage, mehrstöckiges Wohngebäude mit Gewerbeflächen und Bistro – das Projekt war vom Tisch.

Aber eben: «Irgendwas werde ich trotzdem bauen.» Nun nimmt das «Irgendetwas» Form an. Die entsprechende Parzelle neben dem Möhliner Gemeindehaus befindet sich nach wie vor im Besitz der Roland Häsler Immobilien AG. Er habe nach der Abstimmung im November «mit der Planung wieder auf Feld 1 beginnen müssen», sagt Häsler. Entstanden sei in den vergangenen Monaten deshalb «praktisch ein komplett neues Projekt.»

Generationen in einem Haus

Die Idee: Roland Häsler möchte in einem mehrstöckigen Gebäude Wohnraum für alle Generationen erstellen – für Senioren, Singles, Paare, Wohngemeinschaften, Studenten oder Familien. «Ein Teil der Wohnungen würde über eine Institution betreut», erklärt Häsler. So sollen die Bewohner die Möglichkeit haben, bei der Institution ganz nach persönlichem Bedarf einzelne Leistungen zu buchen. Etwa einen Mahlzeiten-Service oder Unterstützung beim Putzen.

Häsler sieht im Dorf ein grosses Bedürfnis nach dieser Art von Wohnraum. «Es gibt immer mehr Menschen, die nicht in eine Alterswohnung oder das Pflegeheim ziehen, sondern stattdessen auch im Alter in einem normalen Umfeld leben möchten», sagt er.

«Ideale Lage» für Projekt

Die Lage mitten im Dorfzentrum mit nahen Einkaufsmöglichkeiten sowie einer Arztpraxis und der Allmend gleich nebenan schätzt er als «ideal» dafür ein. Im Erdgeschoss des neuen Gebäudes sollen zudem ein Gastrobetrieb und womöglich auch Gewerbe- oder Dienstleistungsräume entstehen.

Die Gemeinde ist in die Planungen des neuen Projekts nicht involviert. «Aufgrund der sehr klaren Ablehnung besteht keine Legitimation, seitens der Gemeinde ein neues Projekt zu initiieren», sagt Gemeindeschreiber Marius Fricker. Eine Sicht, die Roland Häsler nachvollziehen kann.

Es könnte schnell gehen

Häsler geht derzeit von einem Investitionsvolumen von rund zehn Millionen Franken aus. Einen genauen Zeithorizont für die Realisation des Projekts möchte er noch nicht nennen, stellt aber eine Baueingabe in den nächsten Monaten in Aussicht. Mit einer Institution, welche die Betreuung der Wohnungen übernehmen könnte, ist er bereits im Gespräch. Demnächst möchte er sich zudem andernorts ähnliche Projekte und deren Umsetzung anschauen. Häsler hofft auf positive Resonanz zum Projekt. «Ich denke, dass wir damit für Möhlin etwas Gutes erreichen können.»