Rheinfelden
Neue Buslinie braucht noch mehr Passagiere

Seit drei Monaten bedient der Stadtbus auch die Quartiere Kapuzinerberg und Engerfeld. Die erste Bilanz ist positiv – allerdings besteht bei den Passagieren noch reichlich Luft nach oben.

Von Thomas Wehrli
Merken
Drucken
Teilen
Der Stadtbus Rheinfelden in der Altstadt. (Archiv)

Der Stadtbus Rheinfelden in der Altstadt. (Archiv)

Aargauer Zeitung

Fast 20 Jahre lang kämpften Urs Jost und andere Anwohner dafür, dass der grenzüberschreitende Stadtbus von Rheinfelden auch die Quartiere Kapuzinerberg und Engefeld bedient. Immer wieder sprachen sie im Stadtbüro vor und reichten 2011 sogar eine Petition ein. 440 Unterschriften kamen damals zusammen.

Die Hartnäckigkeit wurde Ende letzten Jahres belohnt: Seit Mitte Dezember sind die beiden Quartiere ans öV-Netz der Stadt angeschlossen. Der Stadtbus, der im Halbstundentakt verkehrt, wird seither nach dem Stadtpark gesplittet. Einmal fährt er die alte Route via Kohlplatz und Dianapark, einmal über die neue Strecke via Kapuzinerberg und Engerfeld.

Die ersten Erfahrungen mit der neuen Linie sind positiv. Für eine zahlenmässige Bilanz seien drei Monate zwar noch zu wenig, sagt Stadtschreiber Roger Erdin auf Anfrage. «Die neue Linie wurde von der Bevölkerung aber gut angenommen», weiss er. Auch Schüler nutzten den Bus. «Sämtliche Rückmeldungen, die ich erhalten habe, sind positiv», so Erdin.

Ähnlich tönt es von Uwe Mühl, Leiter Kundencenter bei der Südbadenbus GmbH, die den grenzüberschreitenden Stadtbus betreibt. «Bisher gab es nur positive Kommentare zum Betrieb», sagt Mühl. Die einzige Reklamation, die beim Kundendienst einging, war, dass ein Chauffeur während der Fahrt mit einem Fahrgast gesprochen hat.

Bislang rund 60 Einsteiger

Zufrieden ist Mühl auch mit dem betrieblichen Ablauf. «Schon im Vorfeld hat die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung und den Kollegen von Postauto sehr gut geklappt und die Umsetzung zum Fahrplanwechsel hat reibungslos funktioniert.»

Bei der Frequenz indes ist man noch nicht dort, wo man hinwill. Zurzeit zähle man an Werktagen um die 60 Einsteiger auf dem neuen Linienast, sagt Mühl, «wobei die Haltestelle Sonnenbergstrasse am meisten frequentiert ist».

Der neue Linienast ist damit deutlich weniger gut frequentiert als der alte Ast via Kohlplatz und Dianapark. Mühl weiss aber auch: Ein neues Angebot braucht Zeit, um sich zu etablieren. Eine aussagekräftige Prognose könne man deshalb nach drei Monaten noch nicht abgeben.

Mühl ist überzeugt, dass für den neuen Linienast «noch reichlich Luft nach oben» bestehe. «Wir hoffen, dass sich die Linie noch etabliert. Potenzial ist sicherlich vorhanden.»