Im Aargau gibt es zu wenig Angebote für betreutes Wohnen. Zu diesem Schluss kommt das kantonale «Forum Alter» (AZ von gestern). Der Kanton will deshalb «verbesserte Rahmenbedingungen zur Gewährleistung der ambulanten Versorgung» prüfen, wie es beim Departement für Gesundheit und Soziales heisst.

Ein solches Angebot entsteht derzeit in Laufenburg mit einem Projekt des Vereins für Altersbetreuung im Oberen Fricktal (VAOF). In den kommenden Wochen werden hier zwei Gebäude mit insgesamt 39 Alterswohnungen fertiggestellt. Das Haus an der Baslerstrasse ist ab dem 1. Oktober bezugsbereit, das Haus an der Bahnhofstrasse ab dem 1. Dezember. Laut VAOF sind 19 Mietverträge unterschrieben, 30 weitere Personen stehen auf einer Warteliste. Sie haben grundsätzlich Interesse an einer Wohnung, ein Umzug kommt für sie aber erst in einigen Jahren infrage.

Hilfe ganz in der Nähe

Mit dieser Nachfrage ist man beim Verein zufrieden: «Wir haben praktisch keine Werbung gemacht, trotzdem meldeten sich Interessenten», sagt Sabine Gallert, die mit Myrta Zimmermann das Projekt betreut. Ausserdem werde das Interesse jetzt, wo die Wohnungen fertig sind und für Besichtigungen offen stehen, noch zunehmen, glauben beide.
Am Samstag findet dazu ein Tag der offenen Tür statt.

Dann können die Besucherinnen und Besucher nicht nur zwei Musterwohnungen besichtigen, sie erhalten auch einen Einblick in das Angebot des VAOF. Zum einen sind die Wohnungen schwellenlos, verfügen unter anderem über einen Zugang per Lift, rollstuhlgängige Küchen, begehbare Duschen mit Duschstuhl sowie einen Parkplatz mit Steckdose für Elektrorollstühle.

Zum anderen haben die Mieter das Anrecht auf eine Betreuung. Die Wohnungen sind mit einem Hilferuf – über ein Seniorentelefon oder ein iPad – ausgerüstet. So können die Bewohner jederzeit Hilfe vom Alterszentrum Klostermatte anfordern. Das Alterszentrum leistet bei Notfällen ausserdem für kurze Zeit Pflegeleistungen. Die allgemeine Betreuung und Pflege erfolgt im Rahmen der Spitex.

Lange Wartelisten in Frick

Das Thema Betreuung ist damit aber nicht abgeschlossen. Der VAOF bietet daneben regelmässige Sprechstunden und ist Anlaufstelle für die Bewohner; der Verein verweist als solche bei Bedarf an entsprechende Fachstellen. Im Haus an der Baslerstrasse gibt es einen Gemeinschaftsraum. Dieser kann für Feste genutzt werden, aber auch Treffen sind geplant, etwa ein Jassabend. Zudem sollen hier Infoveranstaltungen stattfinden mit Organisationen für Senioren. Das soll die sozialen Kontakte unter den Bewohnern fördern.

Das Betreuungs-Konzept ist gleich wie bei den VAOF-Angeboten in Frick – und es scheint zu funktionieren. Auch in Frick bietet der Verein im Alterszentrum Bruggbach und in der Überbauung Mühlegasse Alterswohnungen. Beide Standorte sind derzeit komplett ausgelastet und es bestehen lange Wartelisten.

Entscheidend sei, die Bewohner auf einer «persönlichen Ebene» abzuholen, so Zimmermann. «Mit altersgerechtem Bauen ist es nicht getan. Wichtig sind die sozialen Kontakte, eine Anlaufstelle sowie die Finanzierbarkeit.»

So könne der Entscheid, in eine Alterswohnung zu ziehen – und damit auch einzugestehen, dass der letzte Lebensabschnitt begonnen hat – erleichtert werden.