Das Hotel und Restaurant Engel in Frick bleibt stehen: Der neue Besitzer hat die Neubaupläne beerdigt. Er wirft der Gemeinde vor, sie habe ein Bauprojekt bewilligt, das nicht ausführbar sei.

«Als ich das Hotel Engel mit einer rechtskräftigen Baubewilligung übernahm, hoffte ich, noch in diesem Jahr mit den Bauarbeiten beginnen zu können», sagt Giovanni Miarelli, Verwaltungsratspräsident der Passivhausinvest AG mit Sitz in Zug. Doch daraus wurde nichts.

Im ehemaligen Restaurant soll jetzt ein Take-away eingerichtet werden. Das Baugesuch wurde gestern veröffentlicht. Die alten Hotelzimmer werden weiterhin als vorübergehende Bleibe an Arbeiter vermietet.

«Baubewilligung nicht brauchbar»

Die Passivhausinvest AG hat die Liegenschaft dem Ehepaar Jeanine und Walti Hildebrand sowie Markus Hiltbrunner abgekauft, die das Traditionshaus seit 1980 geführt hatten. Deren Hiltbrunner und Hildebrand AG hatte ein Projekt für einen Neubau mit 16 Wohnungen und einer Autoeinstellhalle mit 26 Plätzen ausgearbeitet.

Im Sommer 2012 erteilte der Gemeinderat ihr die Baugenehmigung für die neue Wohnüberbauung. «Diese Baubewilligung ist aber nicht brauchbar», sagt Miarelli. So stimme die Nordostfassade nicht mit den Grundrissen überein, und in der Tiefgarage werde die Norm für die Parkfeldbreite nicht eingehalten.

«Offensichtlich hat die Bauverwaltung ihre Arbeit nicht gemacht», sagt Miarelli. Dabei habe die Baubewilligung 12 400 Franken gekostet. Wegen der Planungsfehler seien Änderungen nötig, die ein neues Baugesuch erforderten, erklärt Miarelli.

Der Kragen platzte ihm, als der Ortsbildpfleger neu eine moderne Fassade mit verglasten Balkonen und Metallrahmeneinfassungen wie beim nahe gelegenen UBS-Gebäude forderte.

Die Baubewilligung enthielt zwar Nebenbestimmungen zur Ortsbildpflege, wonach der Bauherr noch Detailangaben zur Fassadengestaltung einreichen muss. Es gehe aber nicht an, Änderungen zu verlangen, die eine komplette Überarbeitung des Projekts nötig machen, so Miarelli.

Er habe eine klassische Kernzonenarchitektur ausführen wollen, wie sie dem bewilligten Projekt zugrunde liege. Die Verglasungen hätten nicht nur zu Mehrkosten von rund 300 000 Franken geführt.

Sie seien auch aus energetischer Sicht «eine Katastrophe». Trotz seiner schriftlichen Anfrage habe der Gemeinderat zu dieser für eine Kernzone höchst ungewöhnlichen Auflage nicht Stellung genommen. Die Passivhausinvest AG lässt jetzt abklären, ob die Baubewilligungsgebühren mit einer Zivilklage zurückgefordert werden können.

«Weder die Gemeinde noch der Kanton müssen sich einen Vorwurf gefallen lassen», entgegnet Bauverwalter Harri Widmer. Bei der Projektierung seien zwar wegen der Komplexität des Vorhabens tatsächlich ein, zwei geringfügige Punkte übersehen worden.

Diese seien aber nicht matchentscheidend, und der Bauherrschaft sei die Möglichkeit eingeräumt worden, die erforderlichen Projektanpassungen nachzureichen.

Dieses Vorgehen sei üblich und im Sinne eines schlanken Verfahrens. Die Gemeinde lege Wert auf eine gute architektonische Qualität an dieser Lage, die das Ortsbild präge. «Der neue Besitzer musste wissen, was ihn erwartet», sagt Widmer weiter. Die Gemeinde biete gerne Hand zu einer einvernehmlichen und partnerschaftlichen Lösung.