Laufenburg
Nepomuks Zeit oben ohne auf der Rheinbrücke ist nun bald vorbei

Bildhauer Daniel Waldner setzt der Brückenstatue am Freitag den neu gefertigten Heiligenschein auf. Der alte war vor über einem Jahr plötzlich verschwunden. Damals hatte die Stadtbehörde noch geglaubt, ein Dieb habe den Heiligenschein geklaut.

Susanne Hörth
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Nepomuk wird nicht mehr lange ohne Heiligenschein sein
6 Bilder
Daniel Waldner trägt in mehreren Schichten das Gold auf
Hauchdünnes Blattgold wird auf die Sterne aufgetragen
Das überschüssige Gold wird mit dem Pinsel weggewischt
Nepomuk Laufenburg
Blick vom Schweizer Rheinufer zur Brückenmitte mit der Nepomuk-Statue

Nepomuk wird nicht mehr lange ohne Heiligenschein sein

Susanne Hörth

Lange musste der Nepomuk auf der alten Laufenburger Rheinbrücke ohne seinen Kopfschmuck auskommen. Das Warten auf den neuen Heiligenschein ist nun bald vorbei. Der in Kaisten wohnhafte Bildhauer Daniel Waldner ist noch mit letzten Arbeiten an der Gloriole beschäftigt, bevor er den Kranz mit den fünf goldenen Sternen am Freitag wieder auf das Haupt der Brückenstatue montiert.

«Am Dienstag habe ich die fünf Sterne ein erstes Mal vergoldet. Nach dem Trocknen muss dieser Arbeitsschritt ein zweites Mal wiederholt werden», so Waldner. Auf das lange Warten angesprochen, erklärt der Bildhauer, dass er seit dem Frühjahr insgesamt dreimal habe nachfragen müssen, bis die definitive Auftragserteilung anfangs September durch die Stadt Laufenburg erfolgte.

Anhand von zwei Fotos hat er als Erstes eine Schablone erstellt, die er dann bei der Nepomuk-Statue hinhalten konnte. So konnte er sichergehen, dass der noch anzufertigende Sternenkranz dem davongewehten Original auch wirklich entspricht. Die fünf Sterne hat er aus dünnem Eisenblech getrieben. Der untere Teil des Heiligenscheines besteht aus einem zum Kreis gebogenen Vierkanteisen. An diesen in dunkler Farbe patinierten Ring nietete Daniel Waldner schliesslich die fünf Sterne. Die Sterne werden künftig in schönstem Gold erstrahlen.

Der Dieb war der Wind

Als das Fehlen des Heiligenscheines im September 2012 auffiel, wusste niemand, wie lange die Statue schon ohne das Kopf schmückende Teil dastand. Schnell war man sich einig, ein Dieb war für das Verschwinden verantwortlich. Die Laufenburger Stadtbehörde erstattete in der Folge auch Anzeige bei der Polizei. Das Ermitteln begann.

Dass der «Dieb» nicht zwingend menschlicher Art sein musste, zeigte sich schon kurz nach der Anzeigeerstattung. Nicht Vandalen-, sondern vielmehr Naturgewalt wurde wahrscheinlicher. Der Sternenkranz hatte im Laufe der Jahre witterungsbedingt gelitten. Ein Ermüdungsbruch sei durchaus denkbar, wurde von der Denkmalpflege vor über einem Jahr der az gegenüber bestätigt. Der stete Wind auf der länderverbindenden Brücke sorgte letztlich dann dafür, dass der Heiligenschein vom Nepomuk-Kopf weg und in den Rhein geweht wurde.

Was kostet ein Heiligenschein?

Ein Heiligenschein ist ja eigentlich nichts, was käuflich erworben werden kann. Im Falle des Laufenburger Sternenkranzes kann aber sehr wohl eine Summe genannt werden. Für die Wiederherstellung wurde mit Kosten in Höhe von rund 3800 Franken gerechnet. Daniel Waldner erklärt, dass er diese Summe um ein Weniges unterschreiten wird.