Laufenburg
Nepomuk thront ohne Kranz auf der Rheinbrücke

Der Statue auf der Rheinbrücke in Laufenburg fehlt der Heiligenschein. Diebe haben der Figur des Brückenheiligen die Sterne geraubt – bemerkt hat dies lange niemand.

Walter Christen
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Der Nepomuk hat keinen Heiligenschien mehr

Der Nepomuk hat keinen Heiligenschien mehr

Walter Christen
Nepomuk auf der Laufenbrücke im Abendrot – noch mit Heiligenschein…

Nepomuk auf der Laufenbrücke im Abendrot – noch mit Heiligenschein…

HBL

Nicht einmal eine schlichte Statue ist im öffentlichen Raum sicher vor Dieben: Laufenburg beklagt den Diebstahl des Heiligenscheins der Nepomuk-Statue auf der Laufenbrücke. Die Figur steht in der Mitte des Flussübergangs, der die beiden Altstädte verbindet, genau auf der Grenze zwischen der Schweiz und Deutschland.

Der Zeitraum der Tat ist schwer einzugrenzen, da offenbar längere Zeit niemandem aufgefallen ist, dass Nepomuk oben ohne dasteht, sein Heiligenschein verschwunden ist. Erst eine Teilnehmerin an einer Exkursion hat letzthin festgestellt, dass der Stadtführer bei der Nepomuk-Figur zwar vom Nimbus mit den fünf Sternen sprach, davon aber überhaupt nichts zu sehen war.

Die Sterne sind nicht aus Gold

Nachdem von der Stadt Laufenburg wegen des Diebstahls Anzeige erstattet wurde, ist die Polizei nun am Ermitteln. Was die Diebe mit dem Kopfschmuck anfangen können, ist unklar, denn anders als in der Legende bestehen die Sterne des Laufenburger Brückenheiligen keineswegs aus echtem Gold.

Es ist überliefert, dass Johannes von Nepomuk anno 1393 in Prag wegen der Wahrung des Beichtgeheimnisses auf Geheiss des Königs in die Moldau geworfen wurde. Fünfmal soll er vor dem endgültigen Ertrinken – umgeben von fünf Sternen – wieder aufgetaucht sein. Bald darauf wurde er als Brückenheiliger verehrt, als Helfer bei Wassernot, Überschwemmungen und Retter in Gefahr. Er ist Patron der Schiffer und Flösser. Zu Nepomuks Insignien gehören die fünf Sterne in seinem Heiligenschein. Sie bedeuten, «ich habe geschwiegen», wie das lateinische Wort «tacui», das aus fünf Buchstaben besteht.

Eine Nepomuk-Statue gab es in Laufenburg bereits im Jahr 1790. Jetzt steht eine kunstharzgebundene Kopie auf der Brückenmitte. Ob nun Nepomuk einen neuen Heiligenschein bekommt und wann dies der Fall sein wird, entscheiden die beiden Stadtverwaltungen.