Möhlin
Nein zur Zentrumsüberbauung – Investor: «Irgendetwas werde ich trotzdem bauen»

Investor Roland Häsler übt nach dem Nein zur Zentrumsüberbauung Gesellschaftskritik: «Die Menschen wollen viel, sind aber nicht bereit, dafür etwas herzugeben.»

Dennis kalt
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Zentrumsplanung in Möhlin: Geplant waren eine Tiefgarage und eine Überbauung (rechts). (Visualisierung )

Zentrumsplanung in Möhlin: Geplant waren eine Tiefgarage und eine Überbauung (rechts). (Visualisierung )

Der Souverän hat den 3,6-Millionen-Franken-Kredit für die Entwicklung der Kernzone Mitte an der Urne abgelehnt. Dies deutlich mit 1874 zu 881 Stimmen. Damit ist das Bauprojekt mit einer mehrgeschossigen Überbauung mit Wohn- und Gewerbeflächen und einer zweigeschossigen Tiefgarage mit 124 Plätzen direkt neben dem Gemeindehaus vom Tisch.

Bei einem Ja zur Überbauung Zentrum Mitte wäre der Bau durch die Roland Häsler Immobilien AG zusammen mit der Raiffeisenbank am östlichen Rand der Allmend realisiert worden. Gross verärgert darüber, dass die Bevölkerung das Projekt Zentrum Mitte verworfen hat, ist Roland Häsler zwar nicht, klar ist für ihn jedoch, dass die Gemeinde damit «eine Riesenchance» verpasst habe. «Hinter dem Projekt stecken grosse Anstrengungen und ein langjähriger Planungsprozess», sagt er. Diese Arbeit sei nun umsonst gewesen.

Symptomatisch für die Zeit

Für Häsler ist klar, dass mit der Umsetzung des Bauprojektes das Zentrum aufgewertet und ein attraktiver Raum für Aktivitäten und Begegnungen geschaffen worden wäre. «Es ist für die heutige Zeit schon ein wenig symptomatisch: Die Menschen wollen viel, sind aber nicht bereit, dafür etwas herzugeben», sagt Häsler. Damit spielt er auf die 2,9 Millionen Franken an, mit denen die Gemeinde nach der Fertigstellung der Überbauung 54 Parkplätze kaufen wollte. Häsler geht davon aus, dass das Nein zur Zentrumsüberbauung zukünftig dazu führen könne, dass «statt einer grossen Tiefgarage, zwei oder drei kleinere im Zentrum entstehen».

Momentan befindet sich auf der Parzelle der Roland Häsler Immobilien AG – dort, wo die Überbauung geplant war – ein Blockbau mit mehreren Wohnungen. Eine andere Liegenschaft derselben Parzelle wurde aufgrund ihrer Baufälligkeit bereits abgerissen. «Irgendetwas werde ich dort trotzdem bauen», sagt Häsler.

Klar scheint dabei bereits für ihn zu sein, dass es eine Tiefgarage geben wird. «Natürlich kleiner als die zuvor Geplante.» Kleiner deshalb, weil dem Bauinvestor für ein allfälliges Bauprojekt weniger Fläche zur Verfügung steht, als dies beim geplanten Projekt der Gemeinde der Fall gewesen wäre. So sah im Projekt Zentrum Mitte der Gemeinderat vor, rund 600 Quadratmeter der Gemeindehaus-Parzelle – dort, wo heute die Besucherparkplätze sind – an den Investor für 1050 Franken pro Quadratmeter zu verkaufen. Unklar ist noch, was mit dem Blockbau östlich der Allmend passiert. «Die Wohnungen befinden sich noch in einem guten Zustand», sagt Häsler.

Die Meinungen sind gemacht

Häsler wird hinsichtlich eines weiteren Bauprojekts im Kontakt mit der Gemeinde bleiben. Zeit verstreichen zu lassen und ein ähnliches Projekts nochmals vor die Gemeinde zu bringen, hält er für wenig zielführend. «Die Meinungen sind gemacht.» Auch Gemeindeammann Fredy Böni sagte gegenüber der AZ, dass man vorläufig kein weiteres Projekt in Sachen Zentrumsplanung anstossen werde.