Kaisten
Naturschutzpreis geht an Amphibien- und Vogelexperten Jürg Winter

Seit 25 Jahren ist der Jürg Winter in der Region aktiv. Nun wird er geehrt - und ist überrascht darüber.

Marc Fischer
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Jürg Winter bei den Tümpeln, die der Naturschutzverein Kaisten auf einer vereinseigenen Parzelle angelegt hat.

Jürg Winter bei den Tümpeln, die der Naturschutzverein Kaisten auf einer vereinseigenen Parzelle angelegt hat.

Marc Fischer

Jürg Winter blickt auf die Tümpel, die von einer Eisschicht bedeckt sind, auf die verschneiten Hecken und Steinmäuerchen. Der Naturschutzverein Kaisten (NVK) konnte vor gut 15 Jahren den ehemaligen Lagerplatz einer Firma erwerben und einen amphibienfreundlichen Platz anlegen. «Der Lebensraum von Amphibien schrumpft ständig», sagt er. Das Ziel sei es deshalb, die verbliebenen Lebensräume zu vernetzen und so Wanderungsbewegungen zu unterstützen.

Jürg Winter weiss, wovon er spricht. Seit fast 25 Jahren ist er im Naturschutzverein Kaisten aktiv. Angefangen habe er vergleichsweise spät, im Alter von knapp 30 Jahren, sagt er. Cousins haben ihn zu einem Einsatz mitgenommen. Mittlerweile ist er Präsident und Vorstandsmitglied des Verbands Oberfricktalischer Natur- und Vogelschutzvereine (VONV). Er hat Kurse absolviert – Feldornithologie etwa –, bildet sich mit Fachliteratur und Internet selber weiter. «Wichtig ist es, so oft wie möglich draussen zu sein. So lernt man viel», sagt Winter.

Und so leitet der 55-Jährige Exkursionen für Vereinsmitglieder und interessierte Gäste. «Auch mit der Schule gab es in den letzten Jahren eine Zusammenarbeit», so Winter. Es sei wichtig, dass auch die Schüler auf die Thematik aufmerksam gemacht werden. «Und vielleicht bleibt von einer Exkursion mehr hängen, als wenn das Thema im Schulzimmer behandelt würde.»

Geheime Absprache der Kollegen

Seine Aktivitäten blieben in Naturschützer-Kreisen nicht verborgen. «Jürg Winter ist ein langjähriger und bekannter Naturschützer und eine der wichtigsten Ansprechpersonen in der Region, wenn es um Amphibien und Vögel geht», sagt VONV-Präsident Meinrad Bärtschi. Zudem sei Winter, der als Lokomotivführer im Personenverkehr arbeitet, «die Lokomotive für die Aktivitäten des Naturschutzvereins Kaisten». Aus den genannten Gründen verleiht der VONV in diesem Jahr seinen Naturschutzpreis, den er seit 1998 vergibt, an Jürg Winter. Seine Vorgänger als Preisträger sind die Schule Mettauertal und die Fischerzunft Laufenburg.

Winter ist über die Ehrung überrascht. «Ich helfe seit Jahren mit, den Preisträger zu ermitteln, aber ich hätte nicht gedacht, dass ich den Preis selber einmal bekomme», sagt er und lacht. «Dieses Jahr haben meine Vorstandskollegen die Nomination hinter meinem Rücken beschlossen.» Die Delegiertenversammlung des VONV ist dem Vorstand dann gefolgt und hat Jürg Winter zum Preisträger 2017 ernannt. Der Preis sei eine Ehre für ihn, sagt Winter, und schiebt nach: «Viele andere hätten ihn aber auch verdient.»

Lebensräume pflegen

Die Preisübergabe mit Laudatio von Meinrad Bärtschi findet am 29. Dezember im Restaurant Warteck in Kaisten statt. Dann erhält Jürg Winter den Wanderpokal in Form eines aufgeschnittenen Ammoniten. Neben dem Pokal hat der Preisträger – quasi als Preisgeld – auch einen Arbeitseinsatz des VONV-Vorstands für ein frei wählbares Projekt zugute.

Wo der Einsatz stattfinden wird, hat Jürg Winter noch nicht endgültig entschieden. Klar ist aber, «dass ich eine verwachsene Naturfläche wieder öffnen möchte». Dies gehöre aktuell zu den Hauptaufgaben des NVK. «In Kaisten wurden schon in den 1970er-Jahren gute Projekte aufgebaut, nun ist es wichtig, diese zu pflegen, damit erschaffene Lebensräume nicht wieder verloren gehen.»