Zeihen
«Naturemade Star»: Zertifikat für Photovoltaikanlage der Gemeinde

Die mit dem Energiestadt-Label ausgezeichnete Gemeinde Zeihen tut etwas für die Gewinnung und Verteilung von umweltfreundlich erzeugtem Strom. So erhielt die Photovoltaikanlage auf dem Forstwerkhof das Zertifikat «Naturmade Star».

Walter Christen
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Die Photovoltaikanlage auf dem Forstwerkhof in Zeihen. – Foto: chr

Die Photovoltaikanlage auf dem Forstwerkhof in Zeihen. – Foto: chr

Lokal Strom produzieren und ihn auch lokal nutzen – das war und ist das Ziel mit der Photovoltaik-Anlage der Elektra Zeihen auf dem Forstwerkhof. Das Projekt ist eine Erfolgsgeschichte, die vom Gemeinderat, der Elektra- und Energie- sowie der Umweltkommission voll und ganz unterstützt wird, wie von Gemeindeschreiber Gianni Profico zu erfahren war.

Denn inzwischen wurde die Photovoltaikanlage nach dem Label «Naturemade Star» zertifiziert, welches für Energie garantiert, die mit Rücksicht auf die Natur erzeugt wurde.

Energieproduktion grösser als erwartet

Nach dem ersten vollen Betriebsjahr der Anlage hat sich gezeigt, dass sie die erwartete Produktion von 28 000 Kilowattstunden (kWh) pro Jahr um 2500 kWh übertroffen hat.

30 Rappen mehr pro Kilowattstunde

Es sind bereits 25 verschiedene private Stromkunden sowie die Gemeinde Zeihen, die einen wichtigen Beitrag für den Klimaschutz und eine ökologische Stromproduktion leisten. Denn diese Stromkunden sind bereit, einen Aufpreis von 30 Rappen pro Kilowattstunde zu bezahlen.

Es besteht für weitere Strombezüger in Zeihen die Möglichkeit, Solarstrom in Tranchen von minimal 500 kWh zu 30 Rappen zu bestellen. Wer interessiert ist, kann sich an die Gemeinde oder die Elektrizitätsversorgung Zeihen wenden oder ganz einfach das Bezugsformular für Solarstrom auf der Homepage der Gemeinde unter www.zeihen.ch im Internet herunterladen.

Energiestadt ist ein Label für den nachhaltigen Umgang mit den Ressourcen und für die Energiepolitik einer Gemeinde. Zum einen ist es eine Auszeichnung und damit ein PR-Instrument für die Gemeinde und zum andern ein Qualitätsmanagementsystem. Zusammen mit externen, vom Programm EnergieSchweiz akkreditierten Beratern wird anhand eines standardisierten Massnahmekatalogs die Situation der Gemeinde in sechs energiepolitischen wichtigen Gebiete untersucht: Bau und Raumordnung, kommunale Gebäude, Anlagen der Ver- und Entsorgung (Wasser, Abwasser und Abwärme, Energieversorgung), Verkehr und Transport, Öffentlichkeitsarbeit sowie interne Organisation.

Zeihen seit 2004 Energiestadt

Zeihen wurde am 30. November 2004 als 121. Gemeinde in den Kreis der Energiestädte aufgenommen. Heute fördern schweizweit 182 Energiestädte mit rund 3 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern mit ihrem Engagement erneuerbare Energien, umweltverträgliche Mobilität und eine effiziente Nutzung der Ressourcen. Damit tragen sie zur Steigerung der Lebensqualität, Schonung des Klimas und zur nachhaltigen Entwicklung bei.

Die Labelkommission des Trägervereins Energiestadt hat der Gemeinde Zeihen das Energiestadt-Label für weitere 4 Jahre verliehen. Das erfreuliche Ergebnis des Re-Audits motiviert, sich weiterhin für eine nachhaltige Energie- und Umweltpolitik in der Gemeinde einzusetzen, heisst es bei den Verantwortlichen in der Gemeinde.

Im Mai 2009 fand das Re-Audit für das Energielabel der Gemeinde Zeihen statt. Alle 4 Jahre prüft die Labelkommission die Umsetzung der beschlossenen Massnahmen anhand von Re-Audits und Erfolgskontrollen. Bei dieser Prüfung sind als Stärken der Energiestadt Zeihen folgende Bereiche besonders erwähnt worden: Durchführung einer Energiewoche im September 2005 an Schule und Kindergarten zur Sensibilisierung von Kindern und Besuchern zu Themen wie Energiegewinnung, graue Energie, erneuerbare Energie und Energieeffizienz, autofreier Sonntag am 6. Mai 2007 mit diversen Sportaktivitäten, Spielmöglichkeiten und Festwirtschaft auf der Strasse im Oberdorf, Inbetriebnahme der 17,48 kWp-Photovoltaik-Anlage auf dem Schulhausdach am 27. Juni 2008, inklusive Anzeigedisplay. Die Einweihungsfeier mit verschiedenen Informationsveranstaltungen fand am 19. September 2008 statt. Die Elektrizität der Anlage kann mittlerweile im Rahmen der kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) vollumfänglich an Swissgrid übergeben werden

Trotz strengeren Anforderungen als bei der Labeleinführung erreichte Zeihen als eine der kleinsten Energiestädte beim Re-Audit 55,5 Prozent der möglichen Punkte. Dies ist eine Steigerung um 3,5 Prozentpunkte gegenüber dem Re-Audit von 2004.