Fischzählung
Nasen, Flussbarsche und Rotaugen im Rhein

Der Fischpopulation im Rhein geht es besser, als auch schon. Dies zeigt die jüngste Fischzählung im neuen Umgehungsgewässer des Kraftwerks Ryburg-Schwörstadt. Es wurden mehr als 10000 Individuen und über 30 Fischarten registriert.

Walter Christen
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Eine Nase aus dem Zählbecken beim Rheinkraftwerk Ryburg-Schwörstadt. – Foto: chr

Eine Nase aus dem Zählbecken beim Rheinkraftwerk Ryburg-Schwörstadt. – Foto: chr

Mehr als 30 Fischarten beleben den Rhein beim Kraftwerk Ryburg-Schwörstadt, das sich in der Nähe von Möhlin befindet. Das haben Zählungen in diesem Jahr ergeben. «Wir sind überrascht von der sehr grossen Anzahl Fische, die wir im Rhein gezählt haben und auch von der Artenvielfalt », war von Rolf Bürgi zu erfahren. Er ist Präsident des Fischereivereins des Bezirks Rheinfelden, der rund 500 Mitglieder zählt, von denen etwa 350 aktive Fischer sind.

Wasser strömt ins Zählbecken
12 Bilder
Stufenweise sind die Steinblöcke platziert
Über die gezählten Fische wird Buch geführt
Sind die Fische gezählt, werden sie im Umgehungsgewässer wieder ausgesetzt
Präsident Rolf Bürgi bringt die Fische zur Zählstation
Fische im Zählbecken werden eingefangen
Eine Nase aus dem Rhein
Flussbarsche oder auch Egli genannt sind im Rhein wieder zahlreich
Eine Laube aus dem Zählbecken beim Kraftwerk Ryburg-Schwörstdt
Das Umgehungsgewässer beim Kraftwerk Ryburg-Schwörstadt
Der Schieber ist geöffnet, das Zählbecken leert sich
Der Auslauf des Zählbeckens (hinten)

Wasser strömt ins Zählbecken

Walter Christen

600 bis 1000 Fische auf einmal gezählt

Diese erste Zählung fand im Frühjahr statt, während die zweite Zählperiode für den Fischereiverein dieser Tage zu Ende ging. «Am meisten Fische gingen beim Kraftwerk Ryburg-Schwörstadt, wo wir die Zählung durchführen, bei trübem Wasser in die Zählkammer», erwähnte Rolf Bürgi. «Inzwischen ist das Wasser sehr klar und die Temperatur des Rheins gesunken, sodass die Fische jetzt nicht mehr so zahlreich aufsteigen. Die ideale Wassertemperatur für den Fischaufstieg liegt zwischen 11 und 16 bis 17 Grad Celsius.» Immerhin konnten die Fischer bei vielen Zählungen beim Kraftwerk Ryburg-Schwörstadt 600 bis 1000 Fische auf einmal registrieren, sodass die neuste Zählkampagne nach ersten Schätzungen die Marke von 10 000 Fischen locker übertroffen haben dürfte. Nächstes Jahr wird übrigens während des ganzen Jahres täglich gezählt.

Wieder vermehrt Nasen im Rhein

Die Nasen sind im Rhein wieder vermehrt anzutreffen, wie die Zählungen des Fischereivereins des Bezirks Rheinfelden gezeigt hat. «Der Bestand der Flussbarsche oder Egli, wie dieser Edelfisch auch genannt wird, hat ebenfalls stark zugenommen », so Präsident Bürgi. Die Fischer hatten bei jedem Zählvorgang während der Aufstiegskontrolle in der Zählkammer des neuen Umgehungsgewässers die Art, die Anzahl sowie die Länge der Schuppentiere auf einem Formular einzutragen. Die Liste enthielt die Namen der im Rhein vorkommenden Fische von A (Aal) bis Z (Zander). Neben Edelfischen (Barsch, Forelle und so weiter) waren sehr viele Weiss- oder Ruchfische zu zählen, zum Beispiel Rotaugen und weitere silbrigweiss gefärbte Arten aus der Gattung der Karpfenfische.

Umgehungsgewässer ist 1,2 Kilometer lang

Die Fischer auf beiden Seiten des Rheins sind sehr erfreut darüber, dass die Fische den Weg über die neuen Aufstiegsanlagen beim Kraftwerk Ryburg-Schwörstadt gefunden haben und auch annehmen. Mit der Fertigstellung des Fischpasses im Mittelpfeiler hat die Kraftwerk Ryburg-Schwörstadt AG einen wichtigen Meilenstein bei der Umsetzung der Konzessionsmassnahmen erreicht. Rund 1,2 Kilometer beträgt die Länge des Umgehungsgewässers, das sich am deutschen Flussufer befindet und mit den naturnahen Lebensräumen das gesamte Kraftwerkreal aufwertet. Die Gewässerökologie in dieser Staustufe liess sich dadurch deutlich verbessern, wie auch die grosse Zahl der gezählten Fische gezeigt hat.