Wölflinswil

Nah statt fern – ein Buch über den Aargauer Jura

Peter Bircher mit seinem neuen Buch «Der Aargauer Jura A–Z» vor dem alten Gemeindehaus in Wölflinswil. nbo

Peter Bircher mit seinem neuen Buch «Der Aargauer Jura A–Z» vor dem alten Gemeindehaus in Wölflinswil. nbo

Peter Bircher schreibt über das Gebiet des Juraparks: In seinem neuen Buch zeigt er die grosse Vielfalt und die kleinen Geschichten der Region.

Was haben alt Bundesrat Kaspar Villiger und Wissenschafter Albert Einstein gemeinsam? Was hat es mit dem Böni-Stein auf sich? Und was schrieb die Säckinger Fürstäbtissin im Jahr 1741 auf ein A4-Blatt?

Peter Bircher kennt die Antworten. Der Buchautor, Wanderführer und Jurapark-Mitgründer hat sich während dreier Jahre durch die Chroniken und Archive der Region gewühlt.

Auf der Suche nach den besten Geschichten, dem wertvollen Wissen, den überraschenden Kleinigkeiten. Entstanden ist das Buch «Der Aargauer Jura A–Z». Kein Roman, kein Nachschlagewerk. «Ein Buch, das aufschlägt, wer in einem Streifzug die Vielfalt dieser Region kennen lernen will», sagt der Autor. Es sind Facetten und Fragmente und doch nicht einfach Jahrzahlen und Aufzählungen. «Das war mir wichtig, denn das macht das Buch lesbar», so Bircher.

500 Seiten voller Geschichten

Auf fast 500 Seiten hat Peter Bircher Ausschnitte und Eigenheiten aus dem kulturellen Schaffen, aus Wirtschaft, Politik, Geschichte und Wissenschaft, aus dem Dorfleben und dem Leben in den grösseren Zentren zusammengefasst – ohne Anspruch auf Vollständigkeit. «Ich bilde mir nicht ein, dass ich alles weiss», sagt Bircher und schmunzelt.

Vielmehr lässt er in vielen Passagen die Fachleute sprechen. Zitiert etwa aus dem Bata-Buch oder dem Feldführer «Vögel der Schweiz» und verweist auf weiterführende Literatur.

Mit der Veröffentlichung des Buches verfolgt Bircher gleichzeitig zwei Ziele: Er will Wissen erhalten. Und er will die Sinne der Menschen für die Region schärfen. «Wir sollten nicht immer in der Ferne das grosse Erlebnis suchen und dabei das Naheliegende vergessen», sagt Bircher.

Leben in der Ruhe-Oase

«Wir leben in einem Erholungsgebiet, in einer Ruhe-Oase zwischen den Grossagglomerationen», sagt Bircher. «Das sollte uns stärker bewusst sein.» Er gibt ein Plädoyer ab für den «sanften Tourismus», wie er sagt.

Tourismus, der Menschen aus den Zentren Aarau, Brugg, Zürich oder Basel in den Aargauer Jura bringe, ohne dass dafür riesige Attraktionen aufgestellt werden müssten. Sein Buch soll helfen, die Region bekannt zu machen.

Zum Schluss nochmal zu Kaspar Villiger und Albert Einstein: Beiden besuchten – wenn auch nicht gleichzeitig – die Aarauer Kantonsschule. Der Böni-Stein ist eine Felskuppe an der Ostkante des Zeiningerbergs. Hier wurden Funde aus der Altsteinzeit gemacht. Und schliesslich zur Säckinger Fürstäbtissin. Sie schrieb im Jahr 1741 den Auftrag für einen Kirchenbau auf ein A4-Blatt. Empfänger war Barock-Architekt Johann Bagnato. Er baute die Kirche St. Michael in Wegenstetten.

Vernissage «Der Aargauer Jura A–Z»: Donnerstag, 3. September, 19.30 Uhr im alten Gemeindehaus in Wölflinswil.

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