Turnschuhe quietschen, Bälle hüpfen, Musik spielt und Stimmen plappern. Zirka 40 Jugendliche aus Kaiseraugst und Umgebung sind zum «Midnight Sports Kaiseraugst» in der Turnhalle Liebrüti erschienen.

«Heute sind besonders viele Jugendliche gekommen, daher dauert es etwas länger, bis alle ihr Team gefunden haben und wir starten können», erklärt Stephanie Capomolla, die seit drei Jahren Projektleiterin ist. Auch Marco Baumgartner, der das Amt von Philip Huan, dem Co-Leiter der letzen beiden Saisons, übernommen hat, wirkt wie die Ruhe selbst, während er die Anwesenden auf der Teilnehmerliste einträgt.

Bereicherung für alle

«Die Arbeit mit den Jugendlichen ist eine Herausforderung und eine gute Schulung zugleich. Denn als angehende Primarlehrerin kann ich hier vieles lernen, aber auch anwenden, wie etwa das Leiten von Gruppen sowie die richtige Sprache und den passenden Tonfall finden», sagt Capomolla. «Es ist aber auch als Nicht-Lehrperson eine Bereicherung, vor allem dann, wenn ich die Dankbarkeit der Jugendlichen spüre», fügt Marco Baumgartner hinzu. Dass vorwiegend männliche Jugendliche erscheinen, zeigen die Zahlen den letzen beiden Saisons. Rund drei Viertel Knaben und ein Viertel Mädchen besuchten «Midnight Sports Kaiseraugst». Die Zahl der Teilnehmer variiert auch nach Standort. In der Dorfturnhalle erscheinen 15 bis 20 Jugendliche. In der Turnhalle Liebrüti sind es teilweise bis zu 30 oder mehr Teilnehmer.

Die Veranstaltung «Midnight Sports Kaiseraugst» ist ein sozio-kultureller Anlass, der der Prävention und auch der Integration dient. Bei diesem sportlichen Zusammenkommen steht Teamgeist und Sozialkompetenz jedes Einzelnen im Vordergrund. Herkunft, Glaubensrichtung und Schulstufe sind dabei zweitrangig. Das Team um Capomolla und Baumgartner, bestehend aus zehn Coaches, bietet den Teilnehmern hierfür von Oktober bis April jeden Samstagabend unter anderem Tischtennis, Basketball und Fussball an. Das runde Leder ist bei den Jugendlichen aber immer noch der beliebteste Sport. An jedem Anlass werden die Teilnehmer von rund fünf Coaches plus je einem Projektleiter betreut.

Keine Störenfriede

«Midnight Sports Kaiseraugst» möchte Jugendliche zwischen 12 und 20 Jahren erreichen, aber auch ältere Besucher sind willkommen. Den Teilnehmern soll ein alternativer Samstagabend geboten werden, bei dem jeder etwas davon hat. Störenfriede, die vermehrt negativ auffallen, erhalten Hausverbot. «Letze Saison musste leider ein Hausverbot ausgesprochen werden, da die anderen gestört und unsere Anweisungen missachtet wurden», so die Projektleiterin. «Wir möchten weiterhin alle erreichen, die motiviert sind und vollen Einsatz zeigen», betonen Capomolla und Baumgartner.