Motorsport
Nachwuchstalent Nico Brügger: «Ich trainiere eigentlich nonstop»

Mit 3 Jahren drehte Nico Brügger seine ersten Runden im Gokart. Heute, 15 Jahre später, gehört der 18-jährige KV-Lehrling zu den Spitzenkartfahrern. Der Mehlemer arbeitet hart für den Aufstieg in die Formelklasse - tagtäglich.

Elia Diehl
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Nico Brugger fährt seit 15 Jahren erfolgreich Kart – trainiert wird auf der Strecke, am PC und im Winter im Kraftraum.

Nico Brugger fährt seit 15 Jahren erfolgreich Kart – trainiert wird auf der Strecke, am PC und im Winter im Kraftraum.

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Mit 3 Jahrendrehte Nico Brügger seine ersten Runden im Gokart. Heute, 15 Jahre später, gehört der 18-jährige KV-Lehrling zu den Spitzenkartfahrern. Gemeinsam mit seinem Vater bildet er das selbst finanzierte Team Brügger und verfolgt leidenschaftlich und zielstrebig seinen Traum vom Formelsport. «Nico hat Talent, wir können es aber nicht ausschöpfen», sagt sein Vater und Trainer. «Ein Formel-Cockpit wäre schon frei für Nico», erklärt er weiter, seine Fähigkeiten reichten, doch mit ihrem Budget von 10000 Franken und ohne Sponsoren reiche es finanziell bei weitem nicht.

Dass Nico Brügger um Titel und Meisterschaften fährt, liegt also nicht am Geld oder am besten und neusten Material. Es ist das harte Training, der Sinn fürs Detail und ein Leben für den Sport. «Wenn ich Zeit habe, dann trainiere ich», so Brügger, das sei sein Leben. Nun gut, aber wie trainiert ein Kartfahrer überhaupt?

Trainieren am PC

Es sei halt nicht wie beim Fussball, wo man einfach mal schnell auf einen Platz trainieren gehen könne, klärt der 18-Jährige auf. Daher sitze er täglich ein bis zwei Stunden vor dem PC. «Die Kartsimulation ist hochrealistisch, die Kräfte wirken auch auf das Lenkrad», so trainiere er auch die feinen Muskeln in den Armen. Bei Möglichkeit sitzt der Mehlemer aber jeden Samstag im Kart und dreht im nahegelegenen französischen Biesheim 250 bis 300Runden. Dabei ginge es in erster Linie um die Abstimmung von Mensch und Maschine, die Trainings drehen sich hauptsächlich um die Technik. «Das sind eigentlich Tests», sagt Vater Raffael Brügger. Der Fahrer pflichtet bei: «Wir trainieren, damit wir ohne ein Problem an die Rennen reisen können.»

Die richtige Einstellung finden

Derzeit tüftelt er an der Vergasereinstellung, die er während der Fahrt tastend, also sozusagen blind, hinter seinem Sitz an zwei Schrauben vornehmen muss. Dabei geht es nicht nur ums Geschick, sondern darum zu lernen, wie das Gefährt auf unterschiedliche Wettereinflüsse reagiert und welche die richtige Einstellung ist.

Es sind oft Millimeter, welche entscheiden, dafür braucht es viel Feingefühl. «Trainieren hat viel mit Spüren und Erfahrung zu tun», so Brügger, denn schneller gehe immer, das Limit sei nie erreicht. An der Rennpiste oder am TV beobachtet er die Fahrer, deren Chassis und Fahrlinien, analysiere ständig und lerne so stets dazu. «Ich trainiere eigentlich nonstop», sagt der 18-Jährige. Im Training am Rennwochenende geht es für Nico Brügger noch darum, die Strecke und die aktuellen Gegebenheiten kennen zu lernen, um letzte Feinabstimmungen vorzunehmen und seinen Fahrstil anzupassen. Und auch wenn im Winter der Kart in der Garage bleibt, ruht das ehrgeizige Team Brügger nicht. Dreimal wöchentlich wird ganzheitlich, aber auch spezifische Muskeln von Unterarm, Rücken bis Beine trainiert. Vater Raffael Brügger hat zu diesem Zweck extra ein Trainingsprogramm für Kartfahrer entwickelt.

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