Rheinfelden

Nachtschichten bei den Rheinsalinen: «Es geht an die Substanz»

Blick in den Saldome: Seit November haben die Rheinsalinen rund 170 000 Tonnen Auftausalz verbraucht.

Blick in den Saldome: Seit November haben die Rheinsalinen rund 170 000 Tonnen Auftausalz verbraucht.

Ausnahmezustand ist nicht nur auf den verschneiten und vereisten Strassen, sondern auch bei den Schweizer Rheinsalinen: Die grosse Nachfrage nach Streusalz führt zu Engpässen bei der Auslieferung.

Die grosse Nachfrage nach Streusalz bringt Carlo Habich in eine schwierige Lage: Der Verkaufsleiter muss bei der Auslieferung einen 24-Stunden-Betrieb gewährleisten. Dies sagt Habich gegenüber Radio 1.

Verkaufsleiter Habich betont, dass es sich um einen speziellen Zustand handelt, der «hoffentlich nicht mehr allzu lange andauern wird». Denn: «Trotz Mehraufwand steht nicht mehr Personal zur Verfügung. Da ist von allen ein Sondereffort gefordert.» Zwar sei die Motivation gut und allen sei klar, dass es im Winter besonders streng sein könne, aber: «Es geht an die Substanz. Irgend einmal werden auch wir müde. Kommt es zu einer Entspannung, sind sicher alle froh.»

Vom Wetter abhängig

Zusätzliches Personal einzustellen ist laut Habich bei den Rheinsalinen so schnell kein Thema. «Unser Hauptgeschäft mit dem Auftausalz wird komplett vom Wetter bestimmt, der Absatz ist schwankend und unbeständig.» Der Aufwand sei deshalb kaum voraussehbar, Spitzenzeiten beschränkten sich in der Regel auf wenige Tage oder Wochen.
Auf temporäre Mitarbeiter zurückzugreifen sei ebenfalls nicht ganz einfach, weil die Anlagen und Abläufe recht komplex seien, gerade, wenn es einmal zu einer Störung komme. Auch wenn bei der Salz-Auslieferung vieles automatisch funktioniere - die Lastwagenchauffeure können sich wie an einer Tankstelle selber bedienen - müssten neue Mitarbeiter sorgfältig eingearbeitet werden, so der Verkaufsleiter.

Genügend Salzreserven

Die Kunden, das ist Habichs Ziel, sollen die gegenwärtigen Engpässe bei der Auslieferung so wenig wie möglich spüren. In der Nacht auf Mittwoch beispielsweise wurden rund 440 Tonnen Auftausalz ausgeliefert. Seit November haben die Rheinsalinen übrigens insgesamt rund 170 000 Tonnen Auftausalz verbraucht. Eine stolze Menge, sagt Habich. Es habe Jahre mit milderen Wintern gegeben, in denen es während 12 Monaten deutlich unter 150 000 Tonnen gewesen seien. Da die Salzlager Anfang Winter gut gefüllt waren, sei man einem allfälligen anhaltenden Ansturm in den nächsten Wochen gewachsen.

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