Stein

Nach zwei gescheiterten Umbauprojekten: Gemeinde will das alte Zollhaus verkaufen

In Stein wird der Verkauf des Zollhauses zum Thema.

In Stein wird der Verkauf des Zollhauses zum Thema.

Nachdem zwei Mal Sanierungs- und Umbaupläne gescheitert sind, stellt Stein eine neue Idee für die Zukunft des Gebäudes vor. Wer der private Investor sein könnte, bleibt allerdings vorerst geheim.

Ein Patt ist, gemäss «Wikipedia», eine Endposition einer Schachpartie, bei der ein am Zug befindlicher Spieler keinen gültigen Zug machen kann und sein König nicht im Schach steht. Der Steiner Gemeindeschreiber Sascha Roth benutzt den Begriff Patt, um die verworrene Situation rund um das alte Zollhaus zu beschreiben.

Bereits zwei Mal scheiterte ein vom Gemeinderat vorgestelltes Projekt am Souverän. 2016 war es ein Kredit in Höhe von 1,2 Millionen Franken für die Sanierung und einen Anbau eines Mehrzweckraums. Aus dem Zollhaus sollte ein Kulturhaus werden, doch die Idee scheiterte an der Gemeindeversammlung und ein halbes Jahr später auch bei der Referendumsabstimmung an der Urne. 2019 brachte der Gemeinderat dann einen Kredit in der Höhe von knapp 990'000 Franken für die Sanierung ohne Anbau vor die Gemeindeversammlung. Unter anderem sollte ein Escape-Room – ein Abenteuerspiel, bei dem die Spieler gemeinsam Rätsel lösen müssen – entstehen. Doch auch diese Idee scheiterte an der Gmeind.

Konzept des Interessenten sieht öffentliche Nutzung vor

Lösen soll die Pattsituation nun – um beim Schach zu bleiben – ein Spieler, der bisher gar nicht auf dem Brett war: ein privater Investor. «Im Verlauf dieses Jahres hat sich ein Kaufinteressent bei der Gemeinde gemeldet», sagt Sascha Roth. Um wen es sich handelt, gibt er in Absprache mit dem Interessenten noch nicht bekannt. Aber: Der Interessent hat für die Nutzung des alten Zollhauses bereits ein Konzept ausgearbeitet und dieses dem Gemeinderat vorgestellt. «Das Konzept wurde vom Gemeinderat als spannend empfunden», sagt Roth. Klar sei, dass das Gebäude einen «Sanierungsbedarf in erheblichem Ausmass» aufweise. «Das ist auch dem Interessenten bewusst, und er ist bereit, die entsprechenden Investitionen zu tätigen.»

Angedacht ist ausserdem, dass das Zollhaus «einen gewissen öffentlichen Charakter» wahrt. Verpflegungsmöglichkeiten und den Verkauf von regionalen Produkten nennt Roth als Stichworte, daneben sehe das Konzept des Kaufinteressenten auch Raum für kulturelle Anlässe vor. Detailliert kommuniziert werden soll an einer Informationsveranstaltung für die Bevölkerung, die am 22. September im Saalbau stattfindet. «Dann werden Ansprechpersonen seitens des Kaufinteressenten vor Ort sein», sagt Roth.

An der Gmeind vor einem Jahr wurde der Gemeinderat mit einem Rückweisungsauftrag beauftragt, die abgelehnten Projekte in Zusammenarbeit mit einer externen Fachstelle zu überarbeiten. Das, so Roth, habe man aufgrund der Kaufanfrage zurückgestellt. «Wir möchten zuerst die Meinung der Bevölkerung zu diesem Konzept abholen.» Entschieden wird voraussichtlich am 5. Dezember. Dann findet in Stein die nächste Einwohnergemeindeversammlung statt.

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Autor

Nadine Böni

Nadine Böni

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