Möhlin
Nach zwei Einsprachen: «Rösslischüüre» nimmt die letzte Hürden

Die Baubewilligung wurde nun erteilt – allerdings für ein angepasstes Projekt: «Wir haben eingesehen, dass die Parzelle mit der ursprünglich vorgesehenen Nutzung überlastet gewesen wäre», sagt Marina Zimmermann Maiorano, Architektin und Besitzerin.

Nadine Böni
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Im Frühjahr sollen hier die Baumaschinen auffahren: Für das Projekt bei der «Rösslischüüre» wurde die Baubewilligung erteilt.

Im Frühjahr sollen hier die Baumaschinen auffahren: Für das Projekt bei der «Rösslischüüre» wurde die Baubewilligung erteilt.

Nadine Böni

Im Frühjahr soll es losgehen mit den Bauarbeiten bei der «Rösslischüüre» in Möhlin. «Wir haben die Baubewilligung erteilt bekommen», sagt Besitzerin und Architektin Marina Zimmermann Maiorano. Die Freude darüber ist ihr anzuhören, schliesslich liegen anstrengende Monate hinter ihr.

Eine erste Baueingabe für die Umgestaltung des Areals an der Ecke Hauptstrasse/Brunngasse machte Zimmermann Maiorano genau vor einem Jahr. Im Erdgeschoss der Scheune – ein Hochstudhaus mit hohem Giebel, wie sie im 16. und 17. Jahrhundert gebaut wurden – sollte ein Restaurant entstehen. Im ersten Stock waren Hotelzimmer vorgesehen, im Dachgeschoss ein grosser Saal mit rund 120 Quadratmetern Fläche. Daraus wird nun nichts.

Doch kein Restaurant mit Saal

Auf die Baueingabe folgten Anfang Jahr zwei Einsprachen. Kritikpunkt waren unter anderem das Verkehrsaufkommen und die Verkehrsführung sowie die Parkplatzsituation. «Die Einsprache steht in Zusammenhang mit den möglichen Immissionen bei der An- und Wegfahrt», hiess es im Frühjahr bei der Gemeinde.

Das Projekt musste angepasst werden. «Die grösste Änderung betrifft die Nutzung der ‹Rösslischüüre›», sagt Zimmermann Maiorano. Die Hotelzimmer und das Restaurant mit Saal sind gestrichen. Stattdessen sind in den Obergeschossen Dienstleistungsräume vorgesehen, im Erdgeschoss entsteht ein kleinerer Gastronomiebetrieb, eine Art Bistro.

«Wir haben eingesehen, dass die Parzelle mit der ursprünglich vorgesehenen Nutzung überlastet gewesen wäre, beispielsweise im Bereich Parkierung», sagt Zimmermann Maiorano. «Nun ist sie entlastet.» Die Einsprachen sind damit erledigt. Das bestätigt die Gemeinde. Mit dem bereits gefundenen Pächter für das Restaurant wird Zimmermann Maiorano in den kommenden Wochen das Gespräch suchen.

Alles beim alten Projekt bleibt bei den beiden anderen vorgesehenen Bauten. So werden das ehemalige Restaurant Rössli und das Wohnhaus verschwinden. Hier entsteht ein zweistöckiges Mehrfamilienhaus, vom Volumen her ähnlich wie die heutigen Gebäude. Das Haus bietet Platz für sechs Wohnungen sowie Gewerbeflächen im Erdgeschoss.

Projekt entspricht Vorgaben

Auf dem freien Areal auf der Seite Brunngasse ist ausserdem ein zweites, dreistöckiges Mehrfamilienhaus geplant, dieses mit acht Wohnungen und ebenfalls Gewerbeflächen. Die Gebäude verfügen über eine gemeinsame Einstellhalle.

«Das Projekt entspricht den für dieses Gebiet gemachten Vorgaben», sagt Roger Winter, stellvertretender Leiter der Abteilung Bau und Umwelt bei der Gemeinde. Er bestätigt, dass eine Baubewilligung vorliegt, allerdings ohne Baufreigabe.

In den kommenden Wochen gilt es für die Bauherrin nun, letzte administrative Aufgaben zu erledigen, damit auch die Baufreigabe erteilt wird. So sind etwa noch Formulare über den Brandschutz und die Erdbebensicherheit sowie der Gestaltungsplan für die Umgebung einzureichen.

Ein halbes Jahr Verspätung

Mit gut einem halben Jahr Verspätung gegenüber den ursprünglichen Zeitplan kann dann mit dem Bau des Projekts begonnen werden. Auf die Kosten habe die Verzögerung kaum einen Einfluss, sagt Marina Zimmermann Maiorano. Diese betragen für das gesamte Bauvorhaben rund 12 Millionen Franken.