Gipf-Oberfrick
Nach Wegzug des Wirtes: «Wir wünschen uns, dass der ‹Hirschen› weitergeführt wird»

Urs Treier, Gemeindeschreiber von Gipf-Oberfrick spricht im az-Interview über Dorfbeizen, Velo-Distanzen und den Pizzeria-Boom.

Thomas Wehrli
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Der «Hirschen» braucht ab 1.Oktober einen neuen Wirt. Samet Rustemi wechselt mit seiner Pizzeria auf den «Rebstock» in Frick. Thomas Wehrli

Der «Hirschen» braucht ab 1.Oktober einen neuen Wirt. Samet Rustemi wechselt mit seiner Pizzeria auf den «Rebstock» in Frick. Thomas Wehrli

Thomas Wehrli

Der «Hirschen»-Wirt Samet Rustemi verlässt mit seiner «Pizzeria Argovia» Gipf-Oberfrick und übernimmt ab 1. Oktober das Restaurant Rebstock in der Nachbargemeinde Frick. «Abgeworben» hat ihn der Gemeinderat von Frick, dem der «Rebstock» seit Ende 2015 gehört und der das altehrwürdige Gasthaus nun für 1,27 Millionen Franken auffrischt. Das sei freie Marktwirtschaft, sagt der Gipf-Oberfricker Gemeindeschreiber Urs Treier im az-Interview. Er hofft, dass der «Hirschen» nahtlos weitergeführt wird, denn: «Restaurants sind sehr wichtig für die Attraktivität und Lebendigkeit eines Dorfes.»

Herr Treier, sind Sie sauer auf den Gemeinderat von Frick?

Urs Treier: Nein, absolut nicht, das ist freie Marktwirtschaft und dem Zentrum in Frick sind ein guter Pächter und ein Restaurant für alle zu gönnen.

Urs Treier, Gemeindeschreiber

Urs Treier, Gemeindeschreiber

Zur Verfügung gestellt

Immerhin hat der Fricker Gemeinderat als «Rebstock»-Besitzer Ihrer Gemeinde Samet Rustemi abgeworben, der aktuell auf dem «Hirschen» wirtet.

Wie gesagt nehmen wir das nicht als Abwerben auf. Und der Rebstock ist ja von uns aus mit dem Velo und sogar zu Fuss gut zu erreichen.

Samet Rustemi wirtet seit 17 Jahren in Gipf-Oberfrick. Ist sein Wegzug ein grosser Verlust?

Er war beliebt und das Team im «Hirschen» war gastfreundlich. Ein gutes Angebot vor Ort geht verloren, was immer ein Verlust ist.

Wie wichtig ist es für eine Gemeinde, genügend Restaurants zu haben?

Sehr wichtig für die Attraktivität und Lebendigkeit eines Dorfes. Für die Einwohner, die Besucher und natürlich auch für die Vereine. Auch das Gartenrestaurant ist und war ja immer beliebt und ein schöner Ort.

Wie schätzen Sie die Situation im Dorf ein?

Im Moment sind wir gut bedient mit dem «Rössli», dem «Adler», der «Krone», dem Café Kunz und natürlich dem «Hirschen», wenn er weitergeführt wird, was wir hoffen.

Was fehlt Gipf-Oberfrick?

So spontan gefragt eigentlich nichts, was von grosser Bedeutung wäre. Wir sind sehr glücklich in Gipf-Oberfrick.

Der Eigentümer des «Hirschen», Anton Rebmann, will einen neuen Wirt suchen, der den «Hirschen» nahtlos weiterführt. Eine gute Nachricht?

Ja natürlich. Wir wünschen uns, dass das Restaurant mit einem guten Pächter weitergeführt wird.

Der «Hirschen» wird voraussichtlich eine Pizzeria bleiben. Hat das Chancen?

Wer gastfreundlich ist und gutes Kochhandwerk bietet, hat immer eine Chance.

Kommt es in der Region nicht langsam zu einem «Pizzeria-Overkill»?

Das wird der Markt regulieren und regeln und natürlich müssen die Wirte flexibel sein.