Rheinfelden/Laufenburg

Nach Wakker-Preis: Laufenburg will von der Zähringerstadt lernen

Die Tour von Oliver Tschudin (r.) und Henri Leuzinger führte durch den Salmenpark.

Die Tour von Oliver Tschudin (r.) und Henri Leuzinger führte durch den Salmenpark.

Den Wakker-Preis haben beide Gemeinden geholt. Aber zwischen der Verleihung liegen 30 Jahre. Jetzt war eine Delegation von Laufenburg auf Besuch in Rheinfelden.

Auf Einladung des Bewohnervereins schaute sich eine Delegation aus Laufenburg beim Wakker-Preis-Träger 2016, Rheinfelden, um. Um nachzuspüren, was die Jury zu ihrem Urteil bewogen hatte. Um herauszufinden, wie viel in Rheinfelden «in den letzten zehn Jahren gegangen ist», wie Vizeammann Brigitte Rüedin bei der Begrüssung der rund 20 Besucher am Bahnhof sagte. In Rüedins Begleitung waren Alt-Baustadtrat Oliver Tschudin und Henri Leuzinger, Geschäftsführer des Aargauer Heimatschutzes. Beide nahmen die Gäste zu einer rund zweistündigen Führung mit.

Die Käseglocke über Laufenburg

Aber bevor sie zu ihrer Tour aufbrachen, blickte Leo Balmer, Architekt und Vorstand des Bewohnervereins Laufenburg, zurück. An die Umstände, die zur Verleihung des Wakker-Preises an das Städtchen 1985 führten. Doch damals sei es an sich nur um die Erhaltung der Altstadt gegangen. Kurt Brandenberger, auch Vorstand im Bewohnerverein, auf Nachfrage der az: «Der Wakker-Preis hat der Stadt eine Art Käseglocke übergestülpt, er hat ihr eigentlich gar nicht so gutgetan.» Jetzt will Laufenburg sich aber ähnlich weiterentwickeln wie die Zähringerstadt ein Stück flussabwärts. Vizeammann Meinrad Schraner: «Rheinfelden spielt in einer anderen Liga, aber warum sollten wir nicht von den dortigen Projekten lernen und das eine oder andere für uns übernehmen.»

Verlagerung des Grenzverkehrs

Seinerzeit, also 1985, war der Wunsch nach Erhalt des Bestehenden durchaus fortschrittlich, führte Tschudin aus. Habe doch der damalige Zeitgeist Altstädte eher als Belastung, denn als Chance empfunden. 2016 aber denken Stadtplaner anders: Heute wollen sie modernes Wohnen am Rande attraktiver und lebenswerter Altstädte fördern, wollen, dass Gemeinden nicht mehr auf der grünen Wiese wachsen, sondern in den schon bestehenden Siedlungsgrenzen. All das hat Rheinfelden beherzigt und damit auch die Wakker-Preis-Jury überzeugt. Die Stadt hat eben nicht, wie es Leuzinger formulierte, «Altstädtlis» gespielt, versucht, die Altstadt nachzuahmen. Sie hat eigene, neue und fürs 21. Jahrhundert typische Projekte verwirklicht – die Patiohäuser in der Basler Strasse, den Salmenpark, die Pile Up-Häuser in der Habich-Dietschy-Strasse und die noch unvollendeten Wohn-und Geschäftsblöcke gegenüber. Tschudin erinnerte daran, wie diese Vorhaben durchaus kontrovers diskutiert wurden, dann aber doch alle mitgezogen hätten, wie Rheinfelden von der Verlagerung des Grenzverkehrs aus der Stadt 2006 profitierte und seitdem an Attraktivität und Lebensqualität gewann.

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