Strasse

Lastwagenverbot auf der Staffelegg? «Der Transit-Schwerverkehr muss auf die Autobahn»

Für eine Vielzahl der Lastwagenfahrten werden die LSVA-Beiträge in Zukunft höher ausfallen. (Symbolbild)

Für eine Vielzahl der Lastwagenfahrten werden die LSVA-Beiträge in Zukunft höher ausfallen. (Symbolbild)

Im Staffeleggtal reagieren die Gemeindeammänner verhalten auf die Vorstösse im Grossen Rat für ein Lastwagen-Verbot.

Es ist eine Gretchenfrage: «Wie steht der Regierungsrat zu einer allfälligen Schliessung der Staffeleggstrasse für den Transit-Lastwagenverkehr?» Gestellt haben diese die SP-Grossrätinnen Elisabeth Burgener (Gipf-Oberfrick) und Colette Basler (Zeihen) sowie Werner Müller (CVP) aus Wittnau in ihren jüngsten Vorstössen im Grossen Rat. Wie kommen die Forderungen vor Ort an? Wie reagieren die betroffenen Gemeinden im Staffeleggtal?

Über die Vorstösse vorab informiert wurden die Gemeindeammänner von Ueken, Herznach und Densbüren wohl nur zum Teil. «Ich kenne die Interpellationen nicht. Seltsam, dass wir da nicht einbezogen worden sind», sagt Densbürens Gemeindeammann Roger Meyer. Auch dessen Kollege Robert Schmid aus Ueken gibt sich auf Nachfrage «leicht irritiert» über die zwei parallelen Vorstösse mit der gleichen Stossrichtung.

In der Sache aber Zustimmung: «Der Lastwagen-Transitverkehr muss auf die Autobahn», betont Schmid. Thomas Treyer, Gemeindeammann von Herznach, sagt: «Natürlich unterschreibe ich die Forderung der Schliessung der Staffeleggstrasse für den Schwerverkehr.»

Dennoch hält sich der Jubel über die Vorstösse im Grossen Rat bei den drei Gemeindeammännern in Grenzen. Auch ihre Einschätzungen bezüglich der Erfolgsaussichten der Motionen klingen eher verhalten. «Ich bin gespannt, aber grosse Hoffnungen mache ich mir keine», sagt Schmid. Und Treyer ergänzt: «Da gilt es, dicke Bretter zu bohren.»

Alle drei sind so zurückhaltend, weil sie in der Vergangenheit selbst schon oft in Sachen Verkehr auf der Staffeleggstrasse und dessen Reduzierung aktiv geworden sind. «Wir sind bei allen unseren Anstrengungen immer nur auf Granit gestossen – auch beim Regierungsrat», sagt Treyer.

Heute schon 15'000 Fahrzeuge

«Uns ist gesagt worden, dass die Staffeleggstrasse als Schwertransportroute von nationaler Bedeutung gelte und dass man aufgrund dessen wenig Spielraum habe», berichtet Treyer. Relativ freimütig habe der Regierungsrat zudem deutlich gemacht, dass mit den 3500 Einwohnern von Ueken, Herznach und Densbüren vergleichsweise wenige Leute betroffen seien, so Treyers Erinnerungen.

Die aktuellen Grossratsvorstösse argumentieren mit der Zahl von 12'500 Fahrzeugen pro Tag. «Das sind Zahlen von 2018, in Wahrheit liegen wir heute schon bei 15'000», glaubt Schmid. «Warum kommuniziert der Kanton keine neueren Zahlen? Die liegen doch vor.» Schmid sagt: «Ich weiss die Antwort: Die wollen das Problem kleinreden.»

Im Zeitraffer: eine Fahrt über die Staffeleggstrasse in doppelter Geschwindigkeit

Im Zeitraffer: eine Fahrt über die Staffeleggstrasse in doppelter Geschwindigkeit (Video vom Januar 2019)

  

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