Mumpf
Nach vorne schauen statt zurück: Ein Flyer ersetzt die «Mumpfer Fähre»

Die Kulturkommission will künftig die Gegenwart in den Vordergrund rücken: Die jährlich erscheinende Retrospektive «Mumpfer Fähre» soll durch den halbjährlich erscheinenden Flyer abgelöst werden. Zudem will die Kommission selbst Anlässe organisieren.

Dieter Deiss
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Edi Schmid, Präsident der Kulturkommission, muss seinen Gästen mitteilen, dass der Überraschungsgast ausbleiben wird. Vorher hatte Schmid das neue Konzept der Kulturkommission vorgestellt.

Edi Schmid, Präsident der Kulturkommission, muss seinen Gästen mitteilen, dass der Überraschungsgast ausbleiben wird. Vorher hatte Schmid das neue Konzept der Kulturkommission vorgestellt.

Dieter Deiss

Traditionellerweise eröffnet die Fähre von Mumpf ihren Betrieb am 1. Mai. Zusammen mit der feierlichen Eröffnung der diesjährigen Fähresaison, plante die Kulturkommission die Vorstellung eines neuen Konzepts, welches die seit 15 Jahren erscheinende «Mumpfer Fähre» ablösen soll.

Niemand verspürte freilich beim herrschenden Hudelwetter Lust am Übersetzen ans andere Rheinufer. So blieb denn der für den Eröffnungstag aufgebotene Fährmann Peter Güntert ohne Arbeit.

Präsident Edi Schmid konnte eine beachtliche Zahl von Unentwegten zur Präsentation des neuen Konzepts willkommen heissen und den Strategiewechsel der Kulturkommission darlegen. In der «Mumpfer Fähre», die jährlich von der Kulturkommission unter Beizug zahlreicher Korrespondenten herausgegeben wurde, sei stets die Vergangenheit im Vordergrund gestanden. Leider habe aber die Lesefreude im Dorf von Jahr zu Jahr abgenommen, sodass man heute auf einem grossen Stapel unverkaufter Exemplare sitze, so Schmid.

Die Kommission habe sich deshalb entschlossen, künftig nach vorne zu blicken und das zur Verfügung stehende Geld besser einzusetzen. Statt Geschichte, Blick in die Gegenwart.

Blick nach vorne statt zurück

Zweimal pro Jahr werde inskünftig ein Flyer in alle Haushaltungen verschickt, in welchem auf bevorstehende Ereignisse hingewiesen wird.

Zudem möchte die Kulturkommission selber verschiedene Anlässe organisieren und damit das kulturelle Leben der Gemeinde bereichern. «Vielleicht wird die ‹Mumpfer Fähre› dereinst wieder aus dem Dornröschenschlaf erwachen», schloss Schmid seine Ausführungen und weckte damit bei Freunden der Publikation einen Hoffnungsschimmer.

Der Flyer weist auf Veranstaltungen für den Zeitraum Mai bis Dezember hin. Er wird inskünftig zweimal jährlich erscheinen. Vom Apéro der Fähri-Eröffnung bis hin zum Samichlaus der Frauengemeinschaft und der Winterexkursion des Natur- und Vogelschutzevereins, ist hier alles aufgelistet, was in den kommenden Monaten die Gemeinde bewegen wird. Fotos und Erläuterungen zu den Veranstaltungshinweisen machen den Flyer besonders lesenswert.

In Gelb untermalten Boxen ist zudem allerhand Wissenswertes rund um die Gemeinde Mumpf enthalten, wie beispielsweise die Hoffnung auf die Rückkehr des Storchs oder die Geschichte der Rheinfähre.

Der Überraschungsgast blieb aus

Opfer eines Missverständnisses wurde der im Programm angekündigte «historische Überraschungsgast». Hätte doch der Säckinger Nachtwächter in voller Montur auf der Fähre vom Säckinger Ufer nach Mumpf übersetzen sollen und dort den Gästen ein paar interessante Gegebenheiten aus dem Zusammenleben der Nachbargemeinden erzählen sollen. So war dann letztlich die Präsentation der neuen Broschüre der einzige, jedoch umso bemerkenswertere Höhepunkt.