Asyl
Nach Vorfall in Laufenburg: Die Sicherheit im Asylzentrum muss gewährleistet sein – aber wie?

In der Asylunterkunft beim Spital Laufenburg soll ein Asylbewerber aus dem Sudan versucht haben, eine Betreuerin zu vergewaltigen. Genug für Wolfgang Schibler: Der SVP-Grossrat stellt der Regierung kritische Fragen.

Fabian Hägler
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Eddy Schambron

Der Vorwurf ist happig: In der unterirdischen Asylunterkunft beim Spital Laufenburg soll ein Asylbewerber aus dem Sudan versucht haben, eine Betreuerin zu vergewaltigen.

Dies machte Tele M1 vor gut zwei Wochen publik – und der Vorfall hat nun SVP-Grossrat Wolfgang Schibler veranlasst, einen Vorstoss einzureichen.

Schibler verlangt vom Regierungsrat unter anderem Auskunft darüber, wie viele externe Sicherheitsfirmen für die Asylunterkünfte zuständig seien.

Weiter will der SVP-Politiker wissen, welchen Auftrag diese Sicherheitsdienste im Detail haben und wie viele Mitarbeiter sie bei den kantonalen Asylzentren einsetzen.

Schibler fragt überdies, wie die Absprache mit den externen Sicherheitsfirmen funktioniere und wie hoch die Ausgaben des Kantons für diese Dienstleistungen in den letzten drei Jahren waren.

Nach der sogenannten Möbelaffäre – die Aargauer Zeitung deckte auf, dass ein Mitarbeiter des Kantonalen Sozialdienstes diverse Aufträge für rund 750 000 Franken an die Frau seines Cousins aus Kroatien vergab – will der SVP-Grossrat auch wissen, ob die Aufträge für externe Sicherheitsdienste «unter Einhaltung des Submissionsdekrets» öffentlich ausgeschrieben wurden.

Schibler stellt zudem die rhetorische Frage, ob ausschliesslich weibliche Personen weibliche Asylsuchende und durchgehend männliche Betreuer auch männliche Asylsuchende betreuen.

Der Vorfall in Laufenburg hat gezeigt, dass dies nicht so gehandhabt wird. Für den Asylpolitiker ist dies falsch, er ist überzeugt, dass mit einer solchen Regelung «das Risiko eines sexuellen Übergriffes minimiert werden könnte».

Schliesslich will er wissen, ob es ein Konzept zur Verhütung sexueller Übergriffe in den kantonalen Asylunterkünften gebe.

Wolfgang Schibler will seine Interpellation an der nächsten Grossratssitzung am 1. März einreichen. Bis die Antworten der Regierung vorliegen, dürften danach einige Wochen vergehen.

Direkt nach dem Vorfall in Laufenburg wollte die ORS Service AG, die für die Betreuung der Asylbewerber zuständig ist, zu Fragen keine Stellung nehmen.

Balz Bruder, Sprecher des Sozialdepartements, hielt gegenüber Tele M1 fest: «Mit mehr Präsenz von Sicherheitsleuten ausserhalb der Unterkunft ist nicht sichergestellt, dass es mehr Sicherheit innerhalb der Unterkunft gibt.»

Vielmehr schaffe man Sicherheit durch eine gute Betreuung der Asylbewerber, ergänzte Bruder.

Derweil sitzt der Sudanese in Untersuchungshaft. Das zuständige Gericht hat wegen Flucht- und Verdunkelungsgefahr eine Haftdauer von höchstens drei Monaten bewilligt.

Gegen den Mann läuft ein Verfahren wegen sexueller Nötigung, sexueller Belästigung und versuchter Vergewaltigung.