Mittleres Fricktal
Nach Versammlungs-Nein: Gibt es doch noch ein «Stein im Fricktal»?

Bereits heute haben genügend Leute für eine Fusion unterschrieben. Noch bis zum 23. Oktober hat die IG «vorwärts go!» Zeit, um die Unterschriften für das Referendum zur Fusion zu sammeln.

Susanne Hörth
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Diese vier Gemeinden des Mittleren Fricktals prüfen eine Zusammenarbeit

Diese vier Gemeinden des Mittleren Fricktals prüfen eine Zusammenarbeit

az / Guido Savian

Gibt es doch noch eine Chance für den Zusammenschluss von vier Gemeinden im mittleren Fricktal? Am 18. September hatten Mumpf, Obermumpf und Schupfart der Fusion zur neuen Gemeinde «Stein im Fricktal» deutlich zugestimmt, in Stein hingegen wurde das Vorhaben mit 220 zu 81 Stimmen bachab geschickt. Das wollte die Steiner IG «vorwärts go!» so nicht einfach hinnehmen und startete deshalb Ende September das Referendum.

Und nun, keine zwei Wochen nach Beginn, bestätigt Serge Güntert, einer der Initianten, dass die benötigte Anzahl Unterschriften erreicht worden sein dürfte – Stand Mittwochmorgen. Für das Referendum werden knapp 160 gültige Unterschriften verlangt. «Wir wollen aber zur Sicherheit mehr als die erforderlichen Stimmen erreichen», so der Steiner. Zeit hätte die IG dafür noch bis zum 23. Oktober.

Übergabe nächste Woche

«Wir beabsichtigen aber schon nächste Woche, die Unterschriften auf der Gemeindeverwaltung abzugeben», so Serge Güntert. Er sagt, dass bei der Sammlung viele Fakten angesprochen, Ängste diskutiert und Fragen beantwortet werden konnten. Dabei zeigte sich auch, dass noch viele Meinungen offen sind, nach wie vor Unsicherheiten für oder gegen einen Zusammenschluss bestehen.

Das war auch einer der Gründe, weshalb die IG «vorwärts go!» das Referendum ergriffen hatte. «Der Stimmbevölkerung soll eine Urnenabstimmung ermöglicht werden.» Die Interessengemeinschaft hatte an der Steiner Gemeindeversammlung vor allem die jungen Stimmbürger vermisst. «Mit der Referendumsabstimmung wird ihnen mittels Stimmzettel ermöglicht, sich zu den langfristigen Chancen und Vorteilen einer Gemeinde «Stein im Fricktal» zu äussern.» Gehe es doch letztlich auch um die Zukunft der Jugend.

Überprüfen der Unterschriften

Nach der Übergabe der Unterschriftenbögen muss die Steiner Verwaltung die Unterschriften auf ihre Gültigkeit überprüfen. Wird das Referendum danach als zustande gekommen erklärt, entscheiden nicht nur die Steiner Stimmberechtigten am 22. November an der Urne über den Gemeindezusammenschluss. Die Mumpfer, Obermumpfer und Schupfarter werden an diesem November-Sonntag ebenfalls ein weiteres Mal über die Fusion zu «Stein im Fricktal» befinden.

Die Zeit bis zur Abstimmung will die IG in Stein nun nutzen, um die Leute für den Urnengang zu motivieren, und vor allem, um nochmals auf die Vorteile einer Gemeinde «Stein im Fricktal» hinzuweisen.

«Ich glaube es erst, wenn es auf der Verwaltung eingereicht und als gültig erklärt worden ist», so der Steiner Gemeindeammann Hansueli Bühler zur bisher gut verlaufenen Unterschriftensammlung.

Er weiss, dass in Stein bereits darüber geredet wird, dass genügend Leute das Referendum unterzeichnet haben. Bühler betont aber auch, dass sie nach dem eindeutigen Gemeindeversammlungsresultat vom 18. September nicht davon ausgegangen seien, dass das Referendum ergriffen würde. Für Hansueli Bühler ist klar, dass auch der Gemeinderat die Zeit bis zum Urnengang nutzen würde, um nochmals für den Zusammenschluss Werbung zu machen.

Wenig überrascht

Bernhard Horlacher, Gemeindeammann von Schupfart, zeigt sich sichtlich erfreut über das mit grosser Wahrscheinlichkeit zustande gekommene Referendum in Stein. «Es gilt nun, auch die jungen Wähler an die Urne zu bringen.» Wichtig sei auch, dass für diesen Urnengang die Ja-Wähler mobilisiert werden können.

«Überrascht bin ich nicht. Auch in Stein hat es viele Bürger, die einem Zusammenschluss positiv gegenüberstehen», so der Mumpfer Gemeindeammann Jürg Müller. Er habe schon früher bereits mehrmals erwähnt, dass es neben dem finanziellen Aspekt auch viele «weiche» Faktoren gebe, die klar für einen Zusammenschluss sprechen. «Ich bin nun gespannt auf die Urnenabstimmung.»

Sollte es nun tatsächlich zu dieser kommen, ist auch Eva Frei, Frau Gemeindeammann von Obermumpf, auf den Ausgang gespannt. Prognosen abgeben will sie nicht. Gleich wie Müller ist auch sie nicht wirklich überrascht, dass in Stein innert Kürze die genügende Anzahl Unterschriften zusammengekommen sind.