Herznach/Ueken

Nach über 200 Jahren Trennung: Fusion ist nicht ausgeschlossen

Martin Hitz und Loredana Goldenberger (AWB Comunova AG) sowie die Ammänner Thomas Treyer und Robert Schmid (v.l.) informierten die Bevölkerung über die Analyse über eine weiterführende Zusammenarbeit von Herznach und Ueken.

Martin Hitz und Loredana Goldenberger (AWB Comunova AG) sowie die Ammänner Thomas Treyer und Robert Schmid (v.l.) informierten die Bevölkerung über die Analyse über eine weiterführende Zusammenarbeit von Herznach und Ueken.

Die Analyse über eine weiterführende Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden Herznach und Ueken liegt vor. Nun können die Einwohner via Fragebogen ihre Meinung zu einer möglichen Fusion kundtun.

Herznach und Ueken pflegten bis 1803 eine intensive Gemeinschaft, dann erfolgte allerdings die Trennung Uekens von Herznach. Ueken bildete eine eigenständige Gemeinde. Dies zeigte Thomas Treyer, Gemeindeammann von Herznach, anhand eines kurzen geschichtlichen Rückblicks auf. Heute, viele Jahre später, steht eine verstärkte Zusammenarbeit beider Gemeinden bis hin zu einer möglichen Fusion wieder im Raum. An der sehr gut besuchten Informationsveranstaltung am Mittwochabend in Herznach wurden die Ergebnisse der Analyse betreffend einer weiterführenden Zusammenarbeit der beiden Gemeinden vorgestellt.

Die Thematik «Zusammenschluss von Gemeinden» habe in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen, betonte Martin Hitz, Geschäftsleiter der AWB Comunova AG, welche mit der Analyse beauftragt wurde. Er zeigte verschiedene Möglichkeiten, von klein bis gross, einer intensiveren Zusammenarbeit auf. Mühe hätten derzeit die Gemeinden insbesondere dahingehend, ihre Behörden ordnungsgemäss zu besetzen. Zudem fehlten oftmals die finanziellen Mittel und Möglichkeiten, sich zu entwickeln, führte Hitz aus. Eine Fusion brächte für die beiden Gemeinden Herznach und Ueken diversen Nutzen.

Fragebogen für die Bevölkerung

Unter dem Strich sah Hitz mehr Nutzen als Risiken. Als einen Risikopunkt nannte Hitz die wahrscheinliche Reduzierung des Profits aus dem Finanzausgleich der beiden Gemeinden. Bei einer Fusion profitierten die beiden Gemeinden jedoch von einer einmaligen gemeinsamen kantonalen Zusammenschlusspauschale von total rund 3,9 Millionen Franken. Eine gemeinsame Gemeinde hätte aber vor allem die Kraft, ihre Zukunft aktiv zu gestalten. «Eine solche Chance ist zu nutzen», argumentierte Hitz.

Auch aus den Reihen der Zuhörer war eine gewisse Offenheit für eine Fusion zu vernehmen. Gerade auch dahingehend, dass schon jetzt auf etlichen Gebieten eine gute Zusammenarbeit bestehe. Thomas Treyer betonte, dass in Sachen Fusion «nichts erzwungen» werde. Sein Ueker Ammann-Kollege Robert Schmid bestätigte dies. «Wir werden nur das machen, was die Bevölkerung will», bekräftigte Treyer.

Per anonymisiertem Fragebogen, der via Post zugesandt wird, werden die Einwohner beider Gemeinden ab Mitte Oktober zu diesem Thema befragt. Die Ergebnisse aus der Fragebogenaktion sollen den Gemeinderäten bei der Planung weiterer Schritte dienen. Die Stimmberechtigten beider Gemeinden werden an den Gemeindeversammlungen sowie allenfalls an der Urne das letzte Wort haben, falls es zu einem Ausbau der Zusammenarbeit kommen sollte. Rund drei Jahre würde es dauern, bis eine Fusion zustande kommen könnte.

Die an der Informationsveranstaltung vorgestellte Präsentation sowie der Bericht können auf den Internetseiten der beiden Gemeinden eingesehen und heruntergeladen werden. Die Gemeindekanzleien geben auf Wunsch diese Informationen aber auch in Papierform ab.

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