Herznach

Nach tragischem Brand: Die Spyk Bänder AG plant Neubau

Planen den Neuaufbau des zerstörten Gebäudes: Rainer van Spyk (l.) und Andreas Schmid, beide Co-Geschäftsleiter der Spyk Bänder AG.

Planen den Neuaufbau des zerstörten Gebäudes: Rainer van Spyk (l.) und Andreas Schmid, beide Co-Geschäftsleiter der Spyk Bänder AG.

Die Brandruine soll im Herbst vollständig abgerissen werden – das neue Gebäude kostet zwischen vier und fünf Millionen Franken. Im Moment sei befinde man isch noch in den Verhandlungen mit der Aargauischen Gebäudeversicherungen (AGV).

Es war im August, als sich bei der Spyk Bänder AG in Herznach eine der grössten Tragödien der letzten Jahre im Fricktal abspielte: Beim Grossbrand, bei dem eine Angestellte das Feuer legte und sich das Leben nahm, weil ihr Mann, der im gleichen Betrieb arbeitete, von Mitarbeitern des Unternehmens gemobbt worden sei, entstand ein Schaden von rund zwei Millionen Franken am Gebäude. Schon wenige Tage danach produzierte die Firma wieder. Anfang Oktober bezog das Verkaufs- und Administrationspersonal den doppelstöckigen Bau, bestehend aus 23 Container mit 18 Arbeitsplätzen. Laut Fiona Strebel, Sprecherin der Staatsanwaltschaft, steht das Verfahren kurz vor dem Abschluss.

Vor kurzem hat der Mann der Verstorben, der 18 Jahren lang für die Spyk Bänder AG tätig war, eine neue Arbeitsstelle gefunden. «Darüber sind wir sehr froh», sagen die Co-Geschäftsleiter Andreas Schmid und Rainer van Spyk unisono.

Heizdecken organisiert

Auch Schmid und van Spyk haben in den blauen Containern ihre Büros bezogen. «Wir haben uns mit den neuen Arbeitsplätzen arrangiert – mit all den Vor- und Nachteilen», sagt Schmid. Einer dieser Nachteile ist das Temperaturgefälle in den Container-Büros. So zieht die Wärme beim Heizen nach oben, während der Boden die Kälte in den Raum abgibt. «Im Winter haben wir für einige der Angestellten Heizdecken besorgt. Andere haben sich besseres Schuhwerk angezogen», erzählt Schmid. Doch jetzt, in der Schönwetter-Phase, geniesse man die Sonnenstrahlen, die durch die breiten Fenster dringen und die Container mit Licht durchfluten. «Man hat das Gefühl, man ist hier beim Arbeiten näher an der Natur, als dies im Gebäude der Fall war», so van Spyk.

Am liebsten wäre es den beiden Co-Geschäftsleitern, wenn man die Brandruine endlich abreisen könne. So sei es für die Psyche der Angestellten belastend, wenn man tagein tagaus an der Brandruine vorbei fahren müsse. «Zuweilen werde ich von den Einwohnern darauf angesprochen, wann die blauen Container wegkommen, wann es endlich weitergeht», sagt Schmid. Ein Abriss der Brandruine ist jedoch noch nicht möglich, weil man sich derzeit in den Verhandlungen mit der Aargauischen Gebäudeversicherungen (AGV) befindet. «Es geht noch um eine Summe von mehr als 100'000 Franken», so van Spyk.

Gemäss der AGV wird man den Schaden regulieren. Wie hoch die Regulierung ausfallen wird, hängt vom Ergebnis weiterer Abklärungen ab. Eine erste Grobschätzung ging von einer Schadenssumme von rund zwei Millionen Franken aus.

Noch einen Winter im Container

Unabhängig davon plant die Spyk Bänder AG die Brandruine komplett abzureisen und wie zuvor fünfgeschossig aufzubauen. «Wir gehen von Kosten zwischen vier und fünf Millionen Franken aus», sagt van Spyk, der mit den Angestellten nicht mehr als noch einen Winter in den Containern verbringen möchte. Dementsprechend soll nach dem Baugesuch im Frühjahr der Abriss im Herbst erfolgen, sodass ein Jahr später gegen Herbstende 2020 das neue Gebäude bezogen werden kann.

Dem Abriss wird auch ein Gebäudeteil zum Opfer fallen, in dem ein kleinerer Teil der Produktion – die Ausrüstung der Bänder – stattfindet. «Derzeit wird getestet, ob wir nach dem Abriss diesen Produktionsschritt vorübergehend in unsere Zweigniederlassung nach Zofingen auslagern können», sagt Schmid. Dort beschäftigt das Unternehmen derzeit zehn Angestellte. Geplant ist, dass nach der Fertigstellung des Neubaus in Herznach die Zofinger Zweigniederlassung geschlossen wird und die dortigen Mitarbeiter im Neubau in Herznach beschäftigt werden, so Schmid. «Erste Gespräche laufen.»

Autor

Dennis Kalt

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