Bad Säckingen (D)
Nach Todesfahrt: Polizei ermittelt gegen Rentner (84) wegen fahrlässiger Tötung

Nach dem schweren Unfall vom Samstag in der Fussgängerzone von Bad Säckingen laufen nun Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung. Beim zweiten Todesopfer steht inzwischen fest, dass es sich um einen 60-jährigen Radfahrer aus der Region auf der deutschen Rheinseite handelt.

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Ein 84-jähriger Autofahrer fährt mehrere Tische von zwei Strassencafés um. Zwei Menschen sterben, 16 werden verletzt.
18 Bilder
Das Auto des Rentners.
Dabei kamen eine 63-jährige Frau und ein Mann ums Leben
Der Unfallfahrer dürfte das Gas- mit dem Bremspedal verwechselt haben
Ein Bild einer Webcam aus der Innenstadt von Bad Säckingen - der Unfall geschah nicht auf diesem Platz
Dutzende Rettungskäfte stehen nach dem Unfall im Einsatz

Ein 84-jähriger Autofahrer fährt mehrere Tische von zwei Strassencafés um. Zwei Menschen sterben, 16 werden verletzt.

Felix Held

Nach dem schweren Unfall mit zwei Toten und 20 teils Scherverletzten in der Innenstadt von Bad Säckingen (D) laufen die Ermittlungen der Polizei auf Hochtouren. Nach Auskunft von Polizeisprecher Paul Wißler geht es um den Vorwurf der fahrlässigen Tötung. Ein 84-Jähriger war mit seinem Auto am Spitalplatz in die Gartenwirtschaft eines Cafés gerast.

Derweil bestätigt Wißler Informationen des "Südkurier", wonach es sich beim zweiten Todesopfer um einen 60 Jahre alten Fahrradfahrer aus der Region handelt. Er war am Samstagnachmittag in einer Klinik seinen Verletzungen erlegen. Eine 63 Jahre alte Frau war bereits am Unfallort verstorben.

Die Polizei präzisierte am Montagnachmittag bei einer Medienkonferenz die Zahl der Verletzten. Den neuen Angaben zufolge wurden durch den Unfall zwölf Menschen schwer und acht weitere leicht verletzt. Zunächst war von vier Leichtverletzten die Rede gewesen.

Weiterhin gehen die Ermittler davon aus, dass ein Fahrfehler die Ursache für den schweren Unfall gewesen ist. Der Fahrer könnte Gas- und Bremspedal verwechselt haben. Das ist laut Wißler "ein Fall, der relativ häufig vorkommt". Weitere Ermittlungen sollen aber noch Klarheit bringen.

"Die Durchfahrt durch eine Fußgängerzone ist nur mit Ausnahmegenehmigung erlaubt", so Wißler. Vor dem Hintergrund der folgenden Ereignisse und des Verdachts der fahrlässigen Tötung sei dies allerdings allenfalls eine Bagatelle, zumal das Einfahren in eine Fußgängerzone ohnehin nur mit einem geringfügigen Verwarngeld belegt werde.

Der Rentner kam nach dem Unglück verletzt ins Krankenhaus. Zu seinem Gesundheitszustand wollten Polizei und Staatsanwaltschaft am Montag keine Angaben machen. Der Führerschein des Mannes sowie das Auto wurden beschlagnahmt, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Waldshut-Tiengen.

Die Fussgängerzone der Kleinstadt an der deutsch-schweizerischen Grenze war zum Unglückszeitpunkt belebt. Zahlreiche Menschen waren dort unterwegs, als es zu dem Unfall kam. Dieser führte zu einem Grosseinsatz von Rettungskräften vom ganzen Hochrhein und der benachbarten Schweiz.

Ähnlicher Unfall am Montag

Wie am Montag bekannt wurde, ereignete sich rund zwei Stunden nach dem Unglück ebenfalls in Baden-Württemberg ein ähnlicher Unfall. Ein 72-Jähriger verwechselte im badischen Müllheim bei Freiburg Gas- und Bremspedal seines Autos.

Das Unfallauto landete auf dem Dach

Das Unfallauto landete auf dem Dach

Polizei

Das Fahrzeug raste über einen Parkplatz hinweg auf die Überdachung einer Tiefgarageneinfahrt und stürzte fünf Meter in die Tiefe, teilte die Polizei mit. Es handelte sich um ein Automatikfahrzeug. Es blieb auf dem Dach liegen.

Der Fahrer wurde leicht verletzt, er konnte sich aber selbst aus dem Wagen befreien. Bei diesem Unfall entstand Sachschaden von zirka 10'000 Euro. (sk/az/sda)

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