Es hätte ein sorgloser Ausflug zum Schlitteln werden sollen. Doch der Winter-Nachmittag endete für die drei Kinder im Spital. Ihr Unfall vom 21. Januar diesen Jahres schockierte ganz Zeiningen: Zwei Mädchen und ein Junge rutschten auf Schneeflitzern – sogenannten «Füdlibobs» – von einem steilen Fussweg auf den Bachtalenweg und krachten dort in einen fahrenden Geländewagen. Die zwei Mädchen wurden dabei leicht verletzt, der Junge musste mit schweren Verletzungen von der Rettungsflugwacht ins Spital geflogen werden.

Die Staatsanwaltschaft Laufenburg-Rheinfelden leitete daraufhin eine Untersuchung zur Klärung des Unfallhergangs ein. Nun, gut acht Monate später, hat sie diese abgeschlossen. Der Unfall-Fahrer muss vor Gericht. Das bestätigt Elisabeth Strebel, Mediensprecherin der Aargauer Staatsanwaltschaft.

Nach schwerem Schlittelunfall in Zeinigen: Fahrer muss vor Gericht

«Unmittelbare Lebensgefahr»: Das sagt die Aargauer Staatsanwaltschaft zur Anklage.

   

Schwere Körperverletzung

Im Fall der beim Unfall leicht verletzten Mädchen wurde das Verfahren zwar eingestellt. «Bei ihnen handelte es sich um eine einfache Körperverletzung, was keinem Offizialdelikt entspricht», sagt Strebel. Demnach hätten die gesetzlichen Vertreter einen Strafantrag stellen müssen. «Dies ist aber nicht geschehen. Die Einstellungsverfügungen sind inzwischen rechtskräftig.»

Schlittelunfall in Zeiningen: Drei Kinder bei Kollision mit Auto verletzt (21. Januar 2017)

Schlittelunfall in Zeiningen: Drei Kinder bei Kollision mit Auto verletzt (21. Januar 2017)

Am Samstagnachmittag, 21. Januar 2017, kam es in Zeiningen zu einem schweren Schlittelunfall. Drei Kinder wurden bei einer Kollision mit einem Auto verletzt, eins davon schwer. Was der Autofahrer zum Unfallhergang sagt.

Anders aber beim Jungen. Der damals 14-Jährige prallte als Erster in den Chevrolet, etwa auf Höhe der hinteren Achse. Er wurde beim Unfall schwer verletzt und musste mehrere Tage im Kinderspital bleiben. «Das rechtsmedizinische Gutachten kam zum Schluss, dass der Junge nach dem Unfall in unmittelbarer Lebensgefahr geschwebt habe und sofortige Nothilfe habe geleistet werden müssen», sagt Strebel.

2400 Franken Busse beantragt

Diese Einschätzung hat für den Fahrer des Geländewagens, einen damals 51-Jährigen aus dem Dorf, Konsequenzen. Denn damit wird der Unfall rechtlich als schwere Körperverletzung taxiert und somit als ein Offizialdelikt eingestuft. Dies führt automatisch zu einer Strafuntersuchung. «Im vorliegenden Fall kam die Staatsanwaltschaft aufgrund der getätigten Untersuchungen zum Ergebnis, dass die Frage, ob dem Beschuldigten eine Sorgfaltspflichtverletzung und damit ein fahrlässiges, strafbares Verhalten vorgeworfen werden kann, vom zuständigen Gericht zu entscheiden ist», sagt Strebel.

Schlittelunfall: Gemeinde Zeiningen nimmt Stellung (24.01.2017)

Schlittelunfall: Gemeinde Zeiningen nimmt Stellung (24.01.2017)

Am Samstag, 21. Januar 2017, verunfallten Kinder beim Schlitteln. Nun äussert sich die Gemeinde: Es sei ein tragisches Unglück, es bestehe aber kein Handlungsbedarf.

Der Lenker hatte die Familie der Kinder nach dem Unfall besucht. «Es tut mir unendlich leid, was passiert ist. Ich konnte die Kinder auf ihren Schlitten hinter dem Gebüsch nicht sehen», sagte er damals in der AZ.

Der Bescheid der Staatsanwaltschaft wurde den Beteiligten bereits zugestellt. Der Antrag liegt jetzt beim Bezirksgericht Rheinfelden. Die Staatsanwaltschaft beantragt 90 Tagessätze bedingt, bei einer Probezeit von zwei Jahren sowie eine Busse von 2400 Franken.